Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag


Teil 1: Einführung
Agenda 21- immer wieder zu hören und/oder zu lesen. Nur wenige Menschen wissen, wofür dieser Begriff eigentlich steht.
1992 wurde in Rio de Janeiro auf der Un-Konferenz für Umwelt und Entwicklung das Leitbild nachhaltige/zukunftsfähige Entwicklung (sustainable development) durch eine sogenannte Agenda 21 konkretisiert. Vom Wortsinn bedeutet Agenda ursprünglich ‘das, was zu tun ist’. Diesen Sinn erfüllt auch die Agenda 21. Sie beschreibt, was angesichts der globalen Krisen weltweit zu tun ist. Besonders behandelt werden die Bereiche ‘Armutsbekämpfung, zukunftsfähige Siedlungsentwicklung, Veränderung der Konsumgewohnheiten, Bevölkerungspolitik, der Schutz der Erdatmosphäre, Bekämpfung der Entwaldung und der Wüstenbildung, Schutz des Süßwassers und der Meere, Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft, Erhaltung der biologischen Vielfalt’.
Das Besondere und Wegweisende der Agenda 21 besteht darin, daß zum ersten Mal in einem UN-Dokument nicht nur Regierungen, sondern allen wichtigen gesellschaftlichen Gruppen eine politische Schlüsselrolle bei der Sicherung der Lebensgrundlagen zugestanden wird. Als Ausgangsbasis, die Lokalen Agenden, wird dabei die Kommune angesehen, da hier Politik und Verwaltungsebene den BürgerInnen am nächsten ist. Ein kommunaler Lernprozeß soll beginnen, bei dem interessierte BürgerInnen, Kirchengemeinden, Umweltinitiativen, Kommunalverwaltungen u.a.m. die globalen Herausforderungen annehmen und gemeinsam nach Gestaltungsmöglichkeiten für ein zukunftsfähiges Gemeinwesen suchen.
Vieles, was in unseren Kirchen seit langem sozial- und umweltethisch gefordert wird, was die ökumenische Arbeit der Kirchen zwischen Nord und Süd bestimmt, bildet auch den inhaltlichen Kern der Agenda-Bewegung. Es geht um die Durchsetzung von ausgleichender Gerechtigkeit zwischen Staarken und Schwachen sowie zwischen heute lebenden und zukünftigen Generationen.
So ist auch unsere Kirchengemeinde und jedeR von uns aufgefordert, im Sinne der Agenda 21 aktiv zu sein und zu werden.
Im nächsten Gemeindebrief werde ich Ihnen konkrete Aktionsmöglichkeiten vorstellen.
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
2. Teil: Jeder Mensch kann etwas tun - auch Sie !

Wir alle sind aufgefordert, im Sinne der Agenda 21 aktiv zu sein und zu werden.
Schon durch kleine Verhaltensänderungen kann eine ganze Menge geschehen.
Am besten gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor. Wenn eine neue Verhaltensweise funktioniert, ohne daß Sie darüber nachdenken müssen, nehmen Sie sich die nächste vor.

Schalten Sie einfach mal ab
- Elektrogeräte bei längeren Pausen nicht im sogenannten Stand-by-Betrieb lassen
- Computer-Bildschirm bei Pausen von mehr als 15 Minuten ausschalten
- Lampen aus, wenn Sie einen Raum länger als 5 Minuten verlassen

Lassen Sie die frische Luft auf einmal rein
- max. einmal in der Stunde 5 bis 10 Minuten mit voll geöffnetem Fenster lüften

Steigen Sie öfter um
- möglichst häufig das Auto stehen lassen und stattdessen zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren, öffentliche Verkehrsmittel nutzen und/oder Fahrgemeinschaften bilden

Kochen Sie nur das Essen
- passende Töpfe und Pfannen benutzen
- den Deckel nicht vergessen
- frühzeitig runterschalten und Restwärme nutzen

Waschen Sie weise
- Waschmaschine möglichst nur voll beladen laufen lassen
- niedrige Waschtemperaturen wählen

Nutzen Sie jeden Tropfen
- möglichst oft duschen statt baden
- Wasserhahn zu während des Einseifens
- Gemüseputzwasser zum Blumengießen verwenden

Lassen Sie sich ein Licht aufgehen
- möglichst Energiesparlampen statt Glühlampen einschrauben

Sie werden sicher feststellen, daß es mit der Schritt-für-Schritt-Methode ganz einfach ist, das Verhalten zu ändern. Dabei können Sie neben der aktiven Mitwirkung bei der Umsetzung der Agenda 21 auch noch eine Menge Geld sparen.

In der nächsten Kontakte-Ausgabe werde ich Ihnen weitere Handlungsmöglichkeiten vorstellen.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
3. Teil: Entschleunigung

Wir alle sind aufgefordert, im Sinne der Agenda 21 aktiv zu sein und zu werden.
Viele Möglichkeiten ergeben sich, wenn jedeR von uns ihren/seinen Umgang mit der Zeit analysiert und überdenkt.
Neben dem Gefühl des ‘Gehetzt-seins’ trägt unser ‘immer mehr, immer schneller, immer weiter’ nämlich auch in vielen Bereichen zur Umweltbelastung bei.
Vielleicht finden Sie in den folgenden Vorschlägen auch etwas für Ihr Leben - zur Entschleunigung und damit auch zum Erhalt unser aller Mitwelt:
Ausflüge/Kultur
Viele Ziele lassen sich von Witzhelden aus mit dem Bus und ab Leichlingen mit der Bahn erreichen. Dabei haben alle von Anfang an etwas voneinander, da niemand sich auf die Autofahrt konzentrieren muß. Bis Köln brauchen Sie auf diese Art und Weise nur knapp 50 Minuten.
Durch Gruppenfahrscheine u.a. kommen Sie auch oft günstiger ans Ziel, da keine Parkgebühren anfallen. Bei vielen kulturellen und sportlichen Angeboten ist sogar die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel schon im Preis inbegriffen (z.B. Philharmonie Köln).
Einkäufe
Mittlerweile gibt es alle Artikel des täglichen Bedarfes und darüber hinaus im Ort zu kaufen.
Wenn Großeinkäufe in Städten anliegen, sollten diese mit Einkaufsliste u.a. gut geplant sein, damit sie möglichst selten notwendig sind und nicht viel Zeit beanspruchen. Vielleicht können Sie sich ja auch mit NachbarInnen, FreundInnen u.a. abwechseln. So spart jedeR Geld und Zeit.
Urlaub
In den letzten Jahren hat sich das Angebot der Deutschen Bundesbahn für Urlaubsfahrten stark erweitert und es sind auch viele günstige Angebote geschaffen worden. Das reicht vom Sparpreis Österreich (1. Person 264,-; 2. bis 4,5te Person die Hälfte) über Angebote nach Paris mit dem Thalys (128,-) und hört bei Ferien-Tickets für über 50 Urlaubsregionen noch lange nicht auf. Für VielfahrerInnen ist die Bahn-Card, die den regulären Preis innerhalb Deutschlands um 50 % ermäßigt, zumeist das günstigste Angebot.
Job-Ticket
Viele ArbeitgeberInnen bieten mittlerweile ihren Beschäftigten ein sogenanntes Job-Ticket an. Dafür können gegen einen festen Betrag im gesamten Verkehrsverbund alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei genutzt werden.
Außerdem ist jederzeit die Mitnahme von beliebig vielen Kindern unter 4 Jahren sowie einem Kind unter 12 Jahren möglich. Zwischen 19 und 3 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen können zusätzlich ein Hund und ein Fahrrad sowie 3 Kinder unter 12 Jahren bzw. 2 Kinder unter 12 Jahren und eine Person über 12 Jahren mitgenommen werden. So erreichen Sie Ihre Arbeitsstelle entspannt und nach Feierabend sowie am Wochenende können Sie mit Familie, FreundInnen u.a. günstig Ausflüge machen.
Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg bietet das Job-Ticket für Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten an. Kleinere Firmen u.a. können sich mit anderen aus dem gleichen Fachbereich zusammenschließen, um diese Zahl zu erreichen. Für jeden Beschäftigten muß ein Ticket zum Preis von etwa 30 DM abzüglich evtl. Mengenrabatt abgenommen werden.
Wenn Sie und Ihre KollegInnen Interesse an diesem Angebot haben, sollten Sie IhreN ArbeitgeberIn darauf ansprechen.

Vielleicht fallen Ihnen nach diesen Anregungen noch mehr Dinge ein, wo eine entschleunigte Fortbewegung für Sie in Frage kommt. Sie tuen sich damit etwas gutes und handeln im Sinne des Generationenvertrages ‘Agenda 21’.

Yvonne Göckemeyer

P.S.
Ich besitze kein eigenes Auto. Meine Wege (Arbeitsstelle, freiberufliche Landschaftsarchitektin, Ausflüge, Urlaub u.a.) lege ich normalerweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Kombination mit einem Faltrad zurück. In einigen Fällen bin ich auch als Fahrgast mit anderen Menschen unterwegs. Für Transportfahrten u.a. kann ich den Wagen eines Kollegen gegen 0,50 DM/km benutzen bzw. miete ich ein Fahrzeug von Statt-Auto Leverkusen. Im Jahr komme ich auf Mobilitätskosten von 2-3.000 DM (je nach Urlaubszielen). Darin ist ein Job-Ticket sowie die Bahn-Card enthalten
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Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
4. Teil:Ökumene
Ökumene und Agenda 21 - Wie kann ich diese beiden Themen zusammenbringen ? So habe ich mich nach der letzten Sitzung des Planungsausschusses gefragt.
Spontan fielen mir gemeinsame Aktivitäten ein: Müllvermeidung beim Gemeindefest, Schöpfungsgottesdienst
Aber sollte es das sein ?
Da habe ich dann mal im großen Brockhaus unter Ökumene nachgeschaut.
Neben der allseits bekannten Erklärung:
... in der Theologie Bezeichnung für die Gesamtheit der christlichen Kirchen sowie für deren Bestreben, auf der Grundlage des gemeinsamen christlichen Glaubens die zwischen Konfessionen bzw. Konfessionsfamilien bestehenden Unterschiede so aufzuarbeiten, daß eine sichtbare Gemeinschaft möglich wird ...
gab es noch folgende Worterklärung:
... bewohnte Erde ...
Damit war für mich der Zusammenhang klar.
Ökumene im Sinn der Agenda 21 versteh ich als den Weg, die Erde für alle Menschen inkl. ihrer Nachfahren bewohnbar zu erhalten.
Und damit war dann für mich auch klar, was ich Ihnen allen gerne bekannt machen möchte.
Die christlichen Kirchen in Deutschland gestalten gemeinsam das Projekt GEPA. Hierbei geht es um den gerechten Handel mit den Entwicklungsländern. Den Menschen dort soll die Möglichkeit gegeben werden, durch gerechte Entlohnung für ihre Arbeit ein eigenverantwortliches, selbstbestimmtes und zufriedenes Leben zu führen. Mittlerweile umfaßt die GEPA-Produktpalette Kaffee, Tee, Kakao, Gewürtze, Schokolade, Textilien u.v.m..
Hier bei uns in Witzhelden können Sie diese Artikel bei der Eine-Welt-Gruppe der Katholischen Kirchengemeinde erhalten. Jeden 2. Sonntag im Monat gibt es nach dem Gottesdienst ab ca. 11.15 Uhr bis ca. 12.00 Uhr die Möglichkeit, Ihren Bedarf zu decken und sich über die verschiedenen Projekte zu informieren.
Ich bin den katholischen MitchristInnen sehr dankbar für dieses Angebot.
Agenda 21 - ökumenisch für die bewohnte Erde !
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag

Teil 5: I have a dream - Ich habe einen Traum

Unter dieser Überschrift könnte ich jetzt bezüglich der Agenda 21 den absoluten Höhenflug bekommen. Aber das finde ich vollkommen unnötig. Es sind die leicht machbaren Kleinigkeiten, die in der Vergangenheit die Welt nachhaltig verändert haben.
Wer kann sich noch an Haarspray u.a. mit ozonschädigenden Treibgasen erinnerrn. Hier haben wir, die VerbraucherInnen, mit unserem Einkaufsverhalten dafür gesorgt, daß es heute Pumpzerstäuber für solche Anwendungen gibt.
Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, daß es einmal Häuser geben würde, die durch optimierte Wärmedämmung, passive und aktive Solarenergienutzung u.a. keine eigenständige Heizung mehr benötigen. Mittlerweile sind solche ‘Passivhäuser’ schon mehrfach gebaut worden und sie funktionieren !
Oder wer von Ihnen wäre früher auf die Idee gekommen, Kaffee u.a. aus fairem Handel zu kaufen ?
Solcherlei Beispiele gibt es aus nahezu jedem Bereich, der etwas mit der Agenda 21 zu tun hat. Dies alles ist für mich der Beweis, daß ‘Viele kleine Menschen, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun - das Gesicht der Welt verändern können’.
Vielleicht bekommen Sie ja jetzt auch Lust und Mut, im Sinne der Agenda 21 tätig zu werden.. In den vergangenen vier Teilen dieser Artikelreihe gibt es vielerlei Anregungen. Falls sie Ihnen nicht mehr vorliegen, kann ich Ihnen gerne Kopien fertigen.
--- evtl. Schöpfungsgottesdienst ---
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag

Teil 6:Umweltfreundlicher Kirchentag in Stuttgart 16. - 20. Juni 1999

Diese Überschrift kommt vielen von Ihnen sicher sehr merkwürdig vor, denn wie soll eine Veranstaltung mit mehr als 100.000 TeilnehmerInnen über mehrere Tage umweltfreundlich sein. Aber wie so oft, gilt auch hier die Aussage ‘Kleinvieh macht auch Mist’.
Als der Kirchentag vor vielen Jahren begann, mehr auf die umweltfreundliche Durchführung der Veranstaltung zu achten, da wurde von vielen Seiten erklärt ‘Das geht nicht !’. Aber es hat sich gezeigt, daß eine ganze Menge möglich ist.
So war der Kirchentag Vorreiter im Einsatz von Mehrweggeschirr und Geschirrmobilen. Bei den meisten Ständen mit Verpflegung ist es selbstverständlich, daß auf Müllvermeidung durch Mehrweggeschirr, eßbare Schälchen o.a. geachtet wird. Die erfahrenen TeilnehmerInnen haben ihre Tasse immer dabei und in allen Bereichen gibt es Spülmöglichkeiten dafür.
In Stuttgart war zum zweiten Mal ein Naturkostmarkt zur Verpflegung der BesucherInnen vorhanden und die Zutaten für die Mittags-Gemüseeintöpfe stammen mittlerweile komplett aus biologischem Anbau.
Hier gab es auch das Projekt ‘Atomstromfreier Kirchentag’. Das ausgeklügelte System der Gemeinde Schönau, die aus Protest gegen die Strommonopolisten ihr Stromnetz aufgekauft hat, garantierte sauberen Strom im ‘ideellen Netzverbund’. Das die Dauerkarte für den Kirchentag gleichzeitig als Fahrkarte für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr im Veranstaltungsgebiet dient, ist ganz selbstverständlich. Einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz leisten die zahlreichen Sonderzüge, die von vielen TeilnehmerInnen genutzt werden.
Auch eine Großveranstaltung kann eine ganze Menge für die Minimierung der Umweltbelastung tun. Vielleicht bekommen Sie ja Lust, auch mal mit dabei zu sein. Der nächste Kirchentag findet im Juni 2001 in Frankfurt am Main statt. Alle sind herzlich eingeladen !
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 7: Auf dem Weg ins Jahr 2000

Wenn Sie diesen Artikel lesen, sind es nur noch wenige Wochen bis zum Übergang vom Jahr 1999 zum Jahr 2000. Der Jahrtausendwechsel, der keiner ist (das neue Jahrtausend beginnt erst 2001), verunsichert viele Menschen. Dabei leben wir doch permanent in einer gewissen Unsicherheit darüber, was die Zukunft bringt. Wer von Ihnen hätte noch vor 5 Jahren gedacht, daß die Nutzung des Internets heute so zunimmt ? Oder wer von Ihnen konnte sich vor 10 Jahren vorstellen, daß Fahrradkurierdienste heute in jeder größeren Stadt zu finden sind.
Diese und viele weitere Dinge zeigen mir, daß sich eigentlich jede gute/nützliche/interessante Idee mit der Zeit durchsetzt. Es gilt also wieder einmal die Aussage `Viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern`.
Es ist meine feste Überzeugung, daß gerade im Bereich von Umweltschutz und Gerechtigkeit gegenüber anderen Ländern jedeR EinzelneR von uns große Macht als kleines Rad der großen Maschine hat. Wir sind die KonsumentInnen, die durch ihr Verhalten den Markt von morgen bestimmen. Versuchen Sie doch mal, bei Ihren Einkäufen bzw. Anschaffungen Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Gerechtigkeit zu berücksichtigen. Dies kann beim Einkauf direkt ab Bauernhof für Milchprodukte beginnen, über den fair gehandelten Kaffee weitergehen und muß bei Auswahl der Energieeffiziensklasse A bei Elektrogeräten noch lange nicht aufhören. Daß Sie dabei noch eine ganze Menge Geld sparen können, liegt auf der Hand (lt. Berechnungen verschiedener Stellen bis zu ca. 2.000,- DM/Jahr).
Alle Schritte in Richtung Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Gerechtigkeit sind Schritte in eine Zukunft, die Überleben für alle Menschen möglich macht. Unser aller Entscheidungen sind also dafür verantwortlich, wie die Welt in Zukunft aussieht. Machen Sie sich auf den Weg - dann sind wir für das Jahr 2000 und die folgenden gerüstet !
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 8: Welche Farbe hat Ihr Strom ?

Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die mittlerweile der Meinung sind, daß Strom in der Leitung eine Farbe hat.
Aber Jux beiseite – Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, sogenannten 'Grünen Strom' zu beziehen ? Ich kann Ihnen nur nahelegen, nicht weiter nachzudenken, sondern es zu tun. Damit ist es nämlich für jedeN EinzelneN ganz einfach möglich, direkt etwas für unser aller Umwelt zu tun.
Sie sagen mit einer solchen Entscheidung persönlich 'Atomkraft – nein danke' und können nachfolgenden Generationen einiges an Problemen mit Reststrahlung u.a. ersparen.
Mit dem Kauf von 'grünem Strom' sind Sie an der Verringerung von gefährlichen Emissionen (radioaktive Strahlung, Abgase) und der damit verbundenen Folgen (z.B. Treibhauseffekt) beteiligt. Strom aus regenerativen Energien hat 1998 rund 24 Millionen Tonnen CO2 -Emissionen vermieden mit steigender Tendenz.
Sie unterstützen den Bau modernster Anlagen zur Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und/oder Erdwärme.
Durch Ihre Entscheidung können Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Allein in der Windenergiebranche arbeiten jetzt schon mehr als 20.000 Menschen.
Und zu guter Letzt – durch den Stromkauf beim lokalen Anbieter stärken Sie die Wirtschaft in unsere Region und sorgen hier auch für Arbeitsplätze.
Wenn all diese Argumente Sie jetzt endgültig motiviert haben, suchen Sie vielleicht noch die notwendigen Infos. Hier sind sie:
Unser örtlicher Versorger, die Rheinisch-Bergische Versorgungsgesellschaft RBV, bietet als 'grünen Strom' den sogenannten proNatur-Ökostrom an. Dabei wird garantiert,
- daß die mit Ihnen abgerechneten Kilowattstunden aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse erzeugt werden
- daß mindestens 25 % der Erzeugeung aus neuen Anlagen, die nach dem 01.01.1999 entstanden sind, kommt; also der Anteil an regenerativen Energien steigt
- daß der Aufpreis in den Bau von Neuanlagen im Bergischen Land investiert wird
Der Aufpreis für den Ökostrom beträgt nur 4,99 Pfennig pro Kilowattstunde inkl. Steuern.
Also, ab wann ist Ihr Strom grün ?
Yvonne Göckemeyer


Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 9: Gute Argumente für Tempo 30
In Witzhelden wird um Tempo 30 gestritten. Da geht es um Schilder, Zonen, Vorschriften und vieles mehr.
Ich möchte Ihnen einige prägnante Argumente nennen, die der Verkehrsclub Deutschland VCD für seine Kampagne zu Tempo 30 zusammengestellt hat.

Tempo 30 - weniger Unfälle, Verletzte und Tote
Die Zahl der Unfälle sinkt um fast 20 Prozent. In Münster etwa ging die Zahl der Schwerverletzten sogar um 72 Prozent zurück !
Tempo 30 - mehr Sicherheit für Kinder
Bei 50km/h beträgt der Anhalteweg fast 28 Meter. Bei Tempo 30 steht ein Auto schon nach 13,3 Metern !
Tempo 30 - sicherer für SeniorInnen und Menschen mit Behinderung
Eine Fahrbahn-Überquerung ist dann auch ohne Sprint möglich !
Tempo 30 - mehr Raum für FußgängerInnen und Kinder
Je schneller ein Auto fährt, desto mehr seitlicher Sicherheitsabstand ist nötig. Bei Tempo 30 genügt eine schmalere Fahrbahn: Also mehr Platz für FußgängerInnen und spielende Kinder!
Tempo 30 - besser für RadlerInnen
Je langsamer der Verkehr fließt, desto sicherer sind RadfahrerInnen. Das Verletzungsrisiko sinkt erheblich.
Tempo 30 - gut für Umwelt und Gesundheit
Vor allem Stickoxide, Ozon-Vorläufersubstanzen, werden deutlich reduziert.
Tempo 30 - mehr Ruhe für alle ­
Fünf Autos, die mit 50 km/h fahren, sind so laut wie zehn Autos bei Tempo 30.
Darüberhinaus kann bei rechtzeitigem Hochschalten (= bei ca. 2.500 Umdrehungen) in den 3. Gang noch eine Menge Sprit gespart werden.
Sie sehen, von Tempo 30 profitieren wir alle !
Yvonne Göckemeyer

P.S.
Den Verkehrsclub Deutschland VCD erreichen Sie in der Eifelstraße 2, 53119 Bonn, Fon 02 28 / 98 58 5-0, Fax 98 58 5-10.

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 10: BSE

Was ist der Unterschied zwischen einem Pferd und einer Kuh ?
Die Kuh ist Fleischfresser. Davon ging jedenfalls die Futtermittelindustrie lange Jahre aus - und jetzt haben wir BSE.
Ja, was für ein Aufschrei ging durch unsere Gesellschaft, als die ganze Tragweite der positiven BSE-Tests bekannt wurde. Und prompt gab es Stellungnahmen von
'Die VerbraucherInnen haben mit ihrem Wunsch nach niedrigen Preisen nur diese Form der Fleischerzeugung zugelassen'
bis
'Durch die immer niedrigeren Verkaufspreise aufgrund der Tiemehlfütterung wurde die Nachfrage nach billigem Fleisch maßlos gefördert'.
Ja, was war denn nun zuerst - die Henne (= Nachfrage nach billigem Fleisch) oder das Ei (= Angebot von billigem Fleisch).
Wie auch immer - jedeR EinzelneR von uns hat es in der Hand bzw. im Portemonnie, auf welche Art und Weise Lebensmittel produziert werden. Nutzen wir diese Macht als VerbraucherInnen, um den entsprechenden Stellen zu zeigen, daß wir eine Wende wollen. Schon einmal ist es uns gelungen !
Erinnern Sie sich noch an die Abschaffung von Sprühdosen u.a. mit ozonzerstörenden Treibgasen. Zunächst gab es nur wenige Alternativangebote - und diese waren sehr teuer. Wir als VerbraucherInnen haben aber diesen Produkten den Vorzug gegeben - und damit in kürzester Zeit eine komplette Umstellung der Produktion erreicht. Damit einher ging eine deutliche Preissenkung der umweltfreundlicheren Alternativen.
Ich bin mir sicher, daß in Bezug auf die Lebensmittel ein ähnlicher Weg möglich ist. Produkte aus Biobetrieben sind zwar zunächst einmal teurer, aber langfristig zahlt es sich aus. Die Gelder, die heute indirekt über Steuern u.a. in die Landwirtschaft für Einlagerung von Überschuß, Subventionen, Beseitigung von Folgenschäden (Grundwasserüberdüngung u.a.) der konventionellen Landwirtschaft fließen, können bei einer konsequenten Umstellung Schritt für Schritt gesenkt werden.
Auch sollte sich jedeR die Frage stellen, wie oft sie/er Fleisch essen muß. Hier ist auch unsere Verantwortung gegenüber anderen Ländern gefordert, denn für 1 kg Fleisch wird ein Vielfaches an Getreide u.a. als Futter benötigt, das auch direkt als Nahrungsmittel dienen könnte.
Was ich bei der ganzen Thematik ebenfalls bedenkenswert finde, ist unser Umgang mit unseren Mitgeschöpfen. Sie sind für mich nicht reduzierbar auf Fleischlieferant o.a., sondern wir sind für sie mitverantwortlich im Rahmen des Auftrags, die Schöpfung zu bewahren.

Noch ein kleiner Nachtrag zum vorletzten Teil der Agenda-Reihe: Grüner Strom.
Unser Presbyterium hat beschlossen, etwa 20 % des Stromverbrauchs der Gemeinde in Zukunft durch den sogenannten proNatur-Ökostrom der RBV zu decken. Dabei wird garantiert,
- daß die abgerechneten Kilowattstunden aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse erzeugt werden
- daß mindestens 25 % der Erzeugung aus neuen Anlagen, die nach dem 01.01.1999 entstanden sind, kommt; also der Anteil an regenerativen Energien steigt
- daß der Aufpreis in den Bau von Neuanlagen im Bergischen Land investiert wird.
Damit wollen wir ein Zeichen setzen für unsere Verantwortung als Kirche.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 11: Eine Welt

In diesem Gemeindebrief können Sie eine Menge über Gastfreundschaft lesen. Auch in den Artikeln zur Agenda versuche ich immer, das 'Hauptthema' des Gemeindebriefes aufzugreifen.
Wir sind 'Eine Welt' - in allen Bereichen. Da geht es um Klima, Ressourcen, Handel und vieles mehr.
Unser Umgang mit Energie hat vielfältige Auswirkungen auf das Weltklima. Bei allen fossilen Brennstoffe, die wir zur Stromerzeugung, in Heizungen und Autos verbrennen, entsteht u.a. CO². Dieser Stoff trägt zum Treibhauseffekt (=Temperaturerhöhung) bei.
Viele Rohstoffe, die in unserem Land 'verbraucht' werden, kommen aus sogenannten Dritt-Welt-Ländern. Neben der Umweltbelastung durch den Transport werden hierbei Ressourcen aus diesen Ländern abgezogen, um unserem Leben zu dienen.
Wir treiben intensiven Handel mit vielen Ländern. Bei zahlreichen Dingen (z.B. Kaffee) wird den ArbeiterInnen vor Ort in den seltensten Fällen ein gerechter Lohn gezahlt. Wir als VerbraucherInnen profitieren nur in sehr geringem Umfang von dieser Ungerechtigkeit, denn den großen Gewinn streichen die Konzerne ein.
Es gäbe noch viel vorzubringen, wo wir in der Verantwortung für die Eine Welt und ihre Menschen stehen. Viel wichtiger finde ich es aber, die Handlungsmöglichkeiten jedeR Einzelnen aufzuzeigen.

Im Klimabereich ist jede gesparte bzw. alternativ erzeugte Energie auch gesparte Umweltbelastung - von der Entlastung für Ihren Geldbeutel ganz abgesehen.
In unserer Kirchengemeinde laufen deshalb z.Zt. Planungen, um den Stromverbrauch in der Kindertagesstätte 'Villa Kunterbunt' zu reduzieren. Dies soll voraussichtlich durch energiesparendere Geräte sowie eine Anlage zur solaren Erzeugung von Warmwasser geschehen.

Gehen Sie sparsam mit Ressourcen um. Führen Sie 'verbrauchte' Artikel dem sinnvollen Recycling zu. Verwenden Sie Produkte, die dem Recycling entstammen.
In unserer Gemeinde ist es daher seit Jahren selbstverständlich, daß Toilettenpapier aus Altpapier verwendet wird.

Bevorzugen Sie, wo immer dies möglich ist, Produkte aus fairem Handel.
Sie erhalten Sie u.a. in unserer Gemeinde im Anschluß an Familiengottesdienste und bei der katholischen Eine-Welt-Gruppe.

Lassen Sie uns alle gemeinsam dazu beitragen, den Begriff 'Eine Welt' auf allen Ebenen mit Leben zu erfüllen.

Yvonne Göckemeyer


Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 12: Bürgerbus

Bei unserem ökumenischen Gemeindefest im Sommer wurde ein Drittel des Erlöses dem Verein 'Bürgerbus Blütenstadt Leichlingen e.V.' gespendet. Was verbirgt sich dahinter ?
Es geht dabei um die Anbindung abgelegender Ortschaften an Haltestellen von Linienbussen bzw. an die nächstgrößeren Ortsteile. Dabei wird ein Kleinbus eingesetzt, der nach einem festen Fahrplan von ehrenamtlichen FahrerInnen mit entsprechender Qualifikation gesteuert wird. Bürgerbus schließt die Lücke im Busnetz, wo dies Linienbusse aufgrund der Örtlichkeit und/oder Rentabilität nicht können. Darüberhinaus ist auch denkbar, spezielle Fahrten zur Andienung von Kindergärten, SeniorInnentreffs o.a. anzubieten.
Mitglied im Verein kann jedeR werden:
15,- DM für Kinder, Jugendliche, InhaberInnen Leichlinger Paß, StudentInnen, Arbeitslose, Schwerbehinderte ab 80 %
30,- DM für Einzelpersonen
50,- DM für Paare und Familien
100,- DM für Vereine, Gesellschaften des öffentlichen Rechts, sonstige juristische Personen, Verwaltungen, Verkehrsunternehmen
Weitere Informationen gibt es bei der Agenda-Beauftragten der Stadt Leichlingen, Karne Matthiesen, Fon 0 21 75 / 99 2-222.


Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 13: ... und was tut die Kirchengemeinde ?

In mittlerweile 12 Artikeln habe ich Sie u.a. über Möglichkeiten informiert, im Sinne der Agenda 21 tätig zu werden. Sicher möchten Sie auch einmal wissen, was denn die Kirchengemeinde in dieser Richtung macht bzw. geplant hat.

Energie
Schon erwähnt habe ich, daß etwa 20 % des Stromverbrauchs der Gemeinde mittlerweile durch den sogenannten proNatur-Ökostrom der RBV gedeckt werden. Hier wird garantiert, daß die abgerechneten Kilowattstunden aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse erzeugt werden, daß mindestens 25 % der Erzeugung aus neuen Anlagen, die nach dem 01.01.1999 entstanden sind, kommt; also der Anteil an regenerativen Energien steigt und daß der Aufpreis in den Bau von Neuanlagen im Bergischen Land investiert wird.
Zur Energieeinsparung werden bzw. sind alle Lampen auf der Empore und an den Kronleuchtern in der Kirche durch Energiesparlampen ersetzt (worden). Dies spart bei einer durchschnittlichen Nutzung von ca. 5 Stunden/Woche etwa 2.500 kWh/Jahr. Die Investition amortisiert sich durch die Stromersparnis nach ca. 3 Jahren. Die Glühbirnen aus diesem Bereich werden als Ersatz für defekte im unteren Bereich verwendet.
Mittlerweile sind fast alle Heizungsanlagen der Kirchengemeinde (Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus, Kindergarten) auf Erdgas umgestellt. Im Alten Pfarrhaus wollen wir auch die Nachtspeieröfen gegen Erdgasthermen austauschen. Z.Zt. ist dies jedoch wg. der schwierigen Finanzlage leider nicht möglich.
Bei allen Neuanschaffungen von Geräten werden selbstverständlich die sparsamsten in Bezug auf Strom- und Wasserverbrauch angeschafft.

Fairer Handel
Nach Familiengottesdiensten und bei vielen anderen Gelegenheiten werden Waren aus fairem Handel angeboten. Hier können Sie z.B. Ihren Kaffee, Gewürze und Schokolade erwerben. Die genauen Stand-Daten können Sie im Gemeindebüro erfragen.

Papier
Im Papierbereich werden Einladungen, Protokolle u.a. auf Recyclingpapier gedruckt bzw. kopiert. Damit werden gegenüber neuem Papier bei jedem DIN A4-Blatt 10 g Holz, 1,2 l Wasser, 39 Watt-Stunden und Gewässerbelastung im Bereich von fast 1 g CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) eingespart. Auch der Gemeindebrief Kontakte wird auf Recyclingpapier gedruckt.
Bei den Presbyteriumssitzungen werden allgemeine Infos nicht für jedes Mitglied kopiert, sondern in einer Umlaufmappe herumgegeben. Dies erspart eine beträchtliche Anzahl von Kopien.

Müllvermeidung
Schon seit vielen Jahren wird bei Gemeindefesten u.a. nur Mehrweggeschirr verwendet.

Neben diesen konkreten Beispielen gibt es noch viele Kleinigkeiten, die im Sinne von Agenda 21 Bestandteil des alltäglichen Gemeindelebens sind. Auch bei der nun laufenden Erstellung eines Leitbildes werden die Aspekte entsprechend einfließen.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 14: Klimaschutz

Bei unser Besprechung im Planungsausschuß für diese Ausgabe von Kontakte wurde festgelegt, daß ich im Rahmen der Agenda-Reihe etwas zum Thema Klimaschutz schreibe.
Wenige Tage später erhielt ich die aktuelle Ausgabe von 'Forum' - das kirchliche Umweltmagazin unserer Landeskirche. Dort stieß ich auf einen Artikel, der in meinen Augen sehr treffend einen Aspekt des Klimaschutzes beleuchtet. Ich möchte Ihnen und Euch daher nun diesen Artikel von U. Denkhaus aus dem Forum-Heft 64 als 14. Teil der Agenda-Reihe zur Verfügung stellen:


Terrorbekämpfung und Klimaschutz
Seit dem 11. September wird das Thema Klimaschutz in der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen. Die Ergeb­nisse der Klimakonferenz in Marrakesch rangierten in den Nachrichten weit hin­ten - obwohl beides durchaus zusam­menhängt. Jesse Mugambi, ein Afrikaner aus Kenia, schrieb schon vor dem 11. September: ,,Wie kann Frieden und Sicherheit in einer Welt garantiert werden, in der 20% der Weltbevölke­rung 80% der Verschmutzung der Erde verursachen und 80% des Reichtums der Welt kontrollieren ? Dieses Ungleich­gewicht ist, vielleicht stärker als jeder andere Faktor , die größte Bedrohung für den Weltfrieden und die Sicherheit.'' Vorher hat er erinnert: "Der jüngste Be­richt des zwischenstaatlichen Aus­schusses über den Klimawandel (IPCC) bestätigt, daß die Industrialisierung ein direkter Grund der globalen Erwärmung war und ist und daß die am nachteilig­sten betroffene Region Afrika ist. Die ausgedehnten Dürren in 0stafrika und die Überschwemmungen in Mosambik, Malawi und Sambia, welche Millionen von Leuten aus ihrer Heimat verdrängten und ihr Eigentum zer­störten, sind Beispiele dieser nach­teiligen Konsequenzen.'' (1)
Ob der Hass der Terroristen aus Sau­di-Arabien auch etwas zu tun hat mit der Art, wie die USA bzw. die OECD­-Länder sich ihren Zugriff auf die Erdölreserven der arabischen Halbinsel sichern? Und ob die Art, wie Präsident Bush aus dem Kyoto-Vertrag aus­gestiegen ist und damit, denke ich, weitere Zehntausende in Afrika und anderswo zum Verlust ihrer Habe, oft sogar ihres Lebens verurteilt hat, - ob sie nicht mehr wecken kann als nur ohnmächtige Wut ? Der 11. September hat ja gezeigt, daß diese ohnmächtige Wut nicht so ohnmächtig ist. Klimaschutz ist nicht ein Luxus, den man sich Ieisten kann, wenn der Terror ausgerottet und die Sicherheit garan­tiert ist, sondern auch eine Bedingung für diese Sicherheit.
Mugambi weist auch auf die histori­sche Mitschuld der christlichen Kirchen hin und sucht nach einer ,,kritischen Di­stanz'' zwischen Kirche und Staat, in der sie nicht die herrschenden Systeme "durch ihren 'Segen' Iegitimieren''. Der Weltrat der Kirchen und viele Christen und Christinnen in den USA, in Europa und an anderem Ort haben sich intensiv für den Klima­schutz eingesetzt. Aber jetzt sind sie gefordert, die Ursachen von Terror und Terrorgefahr beim Namen zu nennen und die Öffentlichkeit und die Politik nicht aus der Verantwortung für den Klimaschutz zu entlassen.


Der für mich wichtige Aspekt der Energieeinsparung als effektvollster Beitrag zum Klimaschutz hat durch diesen Artikel noch mal an Gewicht gewonnen.

Yvonne Göckemeyer


Es gibt viel einzusparen - fangen wir an !

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 15: Fairer Handel

Schon des öfteren habe ich hier den fairen Handel angesprochen. Mittlerweile hat sich auch in unserer Gemeinde ein entsprechendes Angebot etabliert. Nach Familiengottesdiensten und bei vielen anderen Gelegenheiten können Sie Kaffee (Organica, Nicaragua, Bergischer), Gewürze, Schokolade u.a.m. erwerben. Die genauen Stand-Daten können Sie im Gemeindebüro bei Frau Schwarz oder Frau Machnik erfragen.
Beim fairen Handel geht es darum, für Produkte aus der sogenannten 3. Welt gerechtere Preise zu zahlen, über direkte Kontakte den Gewinn auch so weit wie möglich den ArbeiterInnen vor Ort zukommen zu lassen und durch Förderung des ökologischen Anbaus unser aller Umwelt und die Gesundheit der ErzeugerInnen und VerbraucherInnen zu schützen.
Eine Bezugsquelle unseres Eine-Welt-Standes ist die 'gepa' = Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt. gepa wurde 1975 vom katholischen Hilfswerk Misereor, dem evangelischen kirchlichen Entwicklungsdienst, den jeweiligen Jugend-Dachverbänden sowie der Vorläuferorganisation des heutigen Weltladen-Dachverbandes gegründet.
Die folgenden Infos stammen von der gepa.

70er Jahre: Lernen durch Handeln
Die gepa ging aus der entwicklungspolitischen Bewegung "Aktion Dritte Welt Handel" hervor. 1970 demonstrierten evangelische und katholische Jugendliche für eine andere Entwicklungspolitik, die sich stärker an den Bedürfnissen der Entwicklungsländer orientiert. In der Folge verkauften Aktionsgruppen unter dem Motto "Lernen durch Handel" Kunsthandwerk, Kaffee, Tee und Honig als Symbolprodukte zur Aufklärung über ungerechte Welthandelsstrukturen. Bis zur gepa-Gründung 1975 bezogen sie die Ware aus den Niederlanden.

80er Jahre: Wandel durch Handel
Unter dem Motto "Wandel durch Handel" standen Ende der siebziger Jahre Handel und Bildung gleichberechtigt nebeneinander; die Kampagne "Jute statt Plastik" wurde zum Symbol für die aufkeimende Alternativbewegung und für einen anderen Lebenstil. Mehr als 2 Millionen Jutetaschen aus Bangladesh wurden verkauft. Genau so prägend war Anfang der 80er Jahre die Zeit des Nicaragua-Kaffees mit dem Slogan "Solidarität mit Nicaragua".
Pionierarbeit leistete gepa bei der Einführung des weltweit ersten Biotees in Deutschland Mitte der 80er Jahre. Auch bei der Vermarktung von Bio-Kaffee ging die gepa mit ihren mexikanischen Handelspartnern voran.
 
90er Jahre: Der Schritt in die Supermärkte
Einschneidende Veränderungen brachte der Schritt in neue Vertriebsbereiche Anfang der 90er Jahre mit sich. Mit Gründung des TransFair-Siegels 1992 durch die Gesellschafter der gepa wird die "Bohne mit Bonus", wie der "Spiegel" titelte, von gepa und anderen Lizenznehmern bundesweit in Supermärkten angeboten. Aber auch die klassischen Bereiche wuchsen stark: Gab es Mitte der 80er Jahre 200 Weltläden, so vertrieben Anfang der 90er Jahre schon 600 Weltläden die fair gehandelten Produkte. Der gepa-Umsatz stieg sprunghaft an: von 21 Millionen Mark im Geschäftsjahr 1990/91 bis auf 50 Millionen im Jahr 1993/94.
 
Hochqualitätspolitik trägt Früchte
Nach Umstrukturierungen vor vier Jahren hat die gepa verstärkt in die Entwicklung innovativer Produkte investiert: Neu entstanden u.a. das breite Schokoladensortiment, der Instant-Cappuccino und Fußbälle. Der Bio-Kaffee wird Testsieger im Verbrauchermagazin "Plus" und die Kaffeeverpackungen werden für Design, Umweltverträglichkeit und Innovation ausgezeichnet.
 
Fairer Handel feste Größe
Als größte europäische Fair-Handelsorganisation hat die gepa im Geschäftsjahr 2001 an die rund 130 Handelspartner in Lateinamerika, Afrika und Asien mehr als 33 Millionen Mark überwiesen. Auch in Deutschland ist der faire Handel in Wirtschaft und Gesellschaft inzwischen etabliert: Bundespräsident Johannes Rau schenkt eine gepa-Sorte in seinem Amtssitz aus, Umweltminister Jürgen Trittin engagiert sich für Fußbälle aus fairem Handel ohne Kinderarbeit und auch die EU hat beschlossen, den fairen Handel zu unterstützen.
Mit dem Otto-Versand und der Vertriebsgesellschaft des Hilfswerkes Misereor kooperiert die gepa erfolgreich im Katalogbereich und zusammen mit dem Unternehmen Karstadt gab es eine Kampagne zur Förderung fair gehandelter Lebensmittel.

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 16: Leitbild der Kirchengemeinde - konkret

Das Titelthema in diesem Gemeindebrief ist das Leitbild unserer Kirchengemeinde. Schon im Eingangstext des Entwurfes heißt es:
Mit dem Regenbogen hat Gott uns die Zusage gegeben, daß die Erde ein verläßlicher Lebensraum für alle Menschen ist; deshalb setzen wir uns für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein.
Und im Schlußabsatz können wir lesen:
Dabei müssen wir uns den vielfältigen ökonomischen, ökologischen, ethischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit stellen. ... Unsere Gemeinde weiß sich im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung von dem Gott begleitet, der in der Vergangenheit wie in der Zukunft zu seinem Versprechen steht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende !
Diese - wie auch alle anderen Aussagen des Leitbildes - werden zukünftige durch konkrete Zielbeschreibungen der einzelnen Arbeitsfelder unserer Gemeinde in sogenannten Konzeptgruppen 'geerdet'. Dabei ist das Thema Umweltschutz/Schöpfungsverantwortung in allen Bereichen gefragt - vom alltäglichen Tun bis zum Auftreten in der Öffentlichkeit.
In vielen Bereichen sind wir - wie in einem der letzten Artikel berichtet - schon auf einem guten Weg. Aber es gibt noch eine Menge zu tun - und die Erkenntnisse/Entwicklungen zeigen immer wieder neue Ansätze auf.
Ganz konkret wird in diesem Jahr eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung auf unserer Kindertagesstätte 'Villa Kunterbunt' errichtet. Mit dieser 'Landebahn für den Heiligen Geist', wie es Stephan Schneider in einem Gottesdienst mal so bildhaft beschrieben hat, ersparen wir unser aller Umwelt jährlich ca. 2 Tonnen CO² - soviel wie der diesjährige 'Gesamt-Sieger' der Auto-Umweltliste des Verkehrsclub Deutschland VCD, der VW Lupo 1.4 FSI, auf ca. 18.000 km abgibt. Bei der Bewertung der Fahrzeuge werden noch verschiedene andere Aspekte (z.B. Lärm) mit einbezogen. Wer für den Autokauf - aber auch für spritsparendes Fahren u.a. - an der Liste mit zahlreichen Informationen rund um das Thema Auto und Umweltschutz interessiert ist, kann eine Kopie von mir bekommen. Hinterlassen Sie dafür bitte Name und Adresse im Gemeindebüro.
Ich möchte Ihnen aber heute auch noch ein anderes Projekt des VCD ans Herz legen:
Vision Zero - Null Verkehrstote.
Der VCD will als erste Etappe bis 2010 die Toten- und Verletztenzahlen im Straßenverkehr halbieren. Z.Zt. sterben jährlich etwa 7.000 Menschen und 500.000 werden verletzt. Bisher zielen fast alle Maßnahmen darauf, den Menschen 'verkehrssicherer' machen (Airbag, Fernhalten der Kinder von Straßen u.a.m.). Aber der Mensch ist wie er ist und er macht Fehler. Daher soll Verkehr so gestaltet werden, daß er menschliche Fehler verzeiht.
Ein Masterplan Vision Zero soll u.a.
- Maßnahmen zusammentragen, die Menschenleben retten können
- Kriterien für kommunale Verkehrskonzepte zur Zielerreichung entwickeln
- eine neuen FahrlehrerInnen- und Fahrausbildung skizzieren, die soziales Verkehrsverhalten schult
Darüberhinaus wird der VCD u.a. eine Auto-Sicherheitsliste veröffentlichen, die auf Basis europäischer Crash-Tests die FußgängerInnen- und RadfahrerInnensicherheit genauso berücksichtigt wie die Insassensicherheit.
Nähere Infos gibt's unter www.vcd.org oder VCD, Eifelstr. 2, 53119 Bonn, Fon 02 28 / 98 58 5-0, Fax 98 58 5-10

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 17: Generationen

In diesem Gemeindebrief lesen Sie einiges zum Thema Generationen. Für die Agenda-Reihe passt dies besonders gut - schließlich ist die große Überschrift 'ein etwas anderer Generationenvertrag'.
Denn darum geht es doch bei allen Bestrebungen zur 'Bewahrung der Schöpfung' - die Erde für uns und die uns nachfolgenden Generationen (über-)lebenswert zu erhalten.
Ein konkreter Beitrag, den jedeR leisten kann, ist die kritische Analyse des Fleischkonsums. Es geht nicht darum, dass wir alle VegetarierInnen werden sollen. Aber wenn wir Fleisch zu uns nehmen, sollte es aus Betrieben kommen, die Tiere ihren Lebensansprüchen entsprechend halten, bei Fütterung u.a. auf Umweltverträglichkeit achten u.a.m.. Diese Aspekte bedingen natürlich einen höheren Preis als die Super-Sonder-Geiz-Tiefpreis-Angebote, die mit Zeitung u.a. täglich ins Haus flattern. Aber sollte uns das unsere gesunde Ernährung, die Schonung unserer Umwelt, ein lebenswertes Dasein der Tiere und nicht zuletzt die Bekämpfung des weltweiten Hungers wert sein ? Weltweiter Hunger - vielleicht fragen Sie sich, was das denn jetzt hier soll ? 'Die Pflanzennahrung, die zur Ernährung von 100 Menschen dienen könnte, ernährt über den Umweg der Verfütterung an das Rind nur noch 30 Menschen, über den Umweg an Hühner 12 Menschen und über die Schweinezucht ganze 8 Menschen. Für 1 kg essbares Fleisch braucht ein Rind 16 kg Getreide, ein Schwein 6 kg und ein Huhn 3 kg.' (aus 'Essen für den Frieden' von Alfred Görgens)
Wer durch diese Zeilen animiert wird, mal ein paar Gerichte ohne Fleisch auszuprobieren, darf sich gerne an mich wenden. Ich besitze eine große Rezeptsammlung.
Guten Appetit !
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 18: Wir stehen nicht allein !

Für die Kirchengemeinde Witzhelden bin ich Mitglied im Synodalen Umweltausschuss auf Kirchenkreis-Ebene. In diesem Gremium tauschen wir unserer Erfahrungen aus den Gemeinden aus und informieren uns gegenseitig über Neuigkeiten in Umweltdingen.
Darüber hinaus gibt es immer zahlreiche Infos/Anregungen von der landeskirchlichen Ebene. Unsere Gemeinde hat auf diesen Weg z.B. von den Möglichkeiten zur Finanzierung für Solaranlagen erfahren - und nun haben wir Dank der Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des zinslosen Darlehens der Landeskirche eine solche Anlage 'als Landebahn für den heiligen Geist' auf dem Dach unserer Kindertagesstätte.
Auch das Thema Energiesparlampen für Kirchen wurde hier auf den Weg gebracht. Nachdem wir zunächst nur die Empore unseres 'Alten vom Berge' so ausgestattet haben, wird nun auch das 'Erdgeschoss' bestückt. Pro Leuchte ergibt sich eine Einsparung von 80 W, denn die Energiesparlampen benötigen für die gleiche Lichtleistung nur 20 W.
Ganz aktuell ist im Ausschuss u.a. das Thema Landesgartenschau Leverkusen 2005. Dort wird es eine kirchliche Präsenz geben - natürlich ökumenisch ! Und folgerichtig haben sich jetzt der Arbeitskreis Verantwortung für die Schöpfung des kath. Dekanats Leverkusen und der Synodale Umweltausschuß des Evang. Kirchenkreises schon einmal zusammen gesetzt. Wir wollen das Thema Schöpfung in den verschiedensten Formen mit einbringen. Eine Idee ist z.B., dass die kath. und evang. Eine-Welt-Läden und -Gruppen sich gemeinsam präsentieren und natürlich fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wird.
Wer Fragen o.a. zur kirchlichen Präsenz auf der Landesgartenschau hat, kann sich jederzeit gerne an mich wenden.
Eine besinnliche Adventszeit wünscht
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 19: Wo sind wir - wo geht es hin !

In diesem Gemeindebrief geht es um den Prozess, in dem die Praxisgruppen ausgehend vom Leitbild für die verschiedenen Arbeitsbereiche unserer Gemeinde gearbeitet haben.
Das Leitbild als Grundlage sagt u.a.:
Mit dem Regenbogen hat Gott uns die Zusage gegeben, dass die Erde ein verlässlicher Lebensraum für alle Menschen ist; deshalb setzen wir uns für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein. ...
Dabei müssen wir uns den vielfältigen ökonomischen, ökologischen, ethischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit stellen. ... Unsere Gemeinde weiß sich im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung von dem Gott begleitet, der in der Vergangenheit wie in der Zukunft zu seinem Versprechen steht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende !
Aber natürlich kann zu diesem Themenkomplex auch einfach mal gefragt werden: Wo sind wir ? Wo geht es hin ? Was wir schon erreicht haben, stelle ich Ihnen im Rahmen der Agenda-Reihe immer wieder vor. Wo es hingehen soll - da kann ich Ihnen hier einmal zwei meiner Wünsche darstellen und erläutern.
Im Bereich Verwaltung, Veröffentlichungen, Hygiene u.a. wünsche ich mir die ganz selbstverständliche Verwendung von Recyclingpapier in den unterschiedlichen Qualitäten, die der Markt heute bietet. Damit wird der Kreislauf vom Sammeln des Altpapiers zur Nutzung von Produkten daraus geschlossen - mit Einsparung von Holz, Energie und Wasser. Optimal für die Umwelt ist natürlich der möglichst sparsame Umgang mit Papier !
Bei Neuanschaffungen sind die stabilen / dauerhaften / reparierbaren Dingen vorzuziehen - auch wenn sie vielleicht erst mal etwas teurer sind. Damit werden Rohstoffe gespart und Arbeitsplätze im Bereich Inspektion / Wartung und Reparatur erhalten. Außerdem ist gerade bei technischen Geräten nicht dauernd 'Einarbeitung' in neue Bedienungsanleitungen nötig.
Ich würde mich freuen, wenn Sie uns bei diesen Dingen unterstützen würden und natürlich auch, wenn Sie diese als gute Anregungen für Ihren Alltag aufgreifen würden.
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 20: Ist Geiz geil ?

Zum Thema ‚Ist Geiz geil’ können Sie in diesem Gemeindebrief einiges lesen. Beim Thema Agenda 21 hat die Frage für mich kontroverse Aspekte.
Auf unterschiedlichen Ebenen - auch unserer Kirche - begegnet mir der Geiz sehr unangenehm. Da werden die Aspekte der Agenda 21 hinten angestellt, weil das andere ‚billiger’ ist. Gedanken an Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit mit der sogenannten 3. Welt u.a. werden ausgeblendet bzw. weggeschaltet.
Dies macht mich – gerade bei Kirche – wütend. Denn was für einen Sinn macht es, für Brot für die Welt zu spenden, um Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben – und ihre entsprechenden Erzeugnisse aus fairem Handel dann nicht zu kaufen, weil z.B. der Kaffee woanders – mit nicht kostendeckender Bezahlung für die ErzeugerInnen – billiger ist.
Andererseits kann Geiz auch sehr hilfreich sein, wenn es um die Schonung von Reccoursen und damit um die Sicherung der Lebensgrundlagen auf unserem Planeten geht. Jeder Mensch, der z.B. ein wenig spritverbrauchendes Auto sein eigen nennt, es nur dann nutzt, wenn es wirklich notwendig ist (und nicht zum Brötchen holen o.a.) und dann noch spritsparend fährt (ermöglicht Einsparungen von ca. 25 %) ist geizig im besten Sinne. Er belastet seine Umwelt weniger mit Lärm, geht sorgfältig mit Rohstoffen um und ist evtl. auch noch für die Gesundheit aktiv, wenn er die anderen Wege z.B. mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegt.
Sie merken – Geiz hat verschiedene Seiten, positive wie negative. Es würde mich freuen, wenn Sie im positiven Bereich aktiv werden würden.
Die kalte Jahreszeit bietet da viele Möglichkeiten. Probieren Sie doch mal, Räume nicht mehr mit gekipptem Fenster sondern mit Stoßlüftung zu belüften. Dabei werden ca. 1 x die Stunde die Fenster für ca. 5 min. weit geöffnet. Es findet ein optimaler Luftaustausch statt, die Wände u.a. bleiben aber warm. Neben der Einsparung von Heizenergie ist dies auch eine gute Vorsorge gegen Schimmelbefall, denn die feuchte Luft wird komplett abtransportiert.
Weitere Infos zum Energie sparen in Haus und Wohnung können Sie gerne bei mir anfordern.
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 21: Umweltwahrnehmung

Haben Sie auch im Zusammenhang mit Tsunami von den besonderen Phänomenen bei Tieren und Urvölkern gehört bzw. gelesen ?
Zunächst fiel auf, dass in einem Wildgehege so gut wie keine Tiere der Welle zum Opfer gefallen waren – obwohl weite Teile des Geländes verwüstet worden waren. Die Tiere hatten sich rechtzeitig in höher gelegene Bereiche zurückgezogen.
Auf einer der vielen Inseln glaubte man, keine Überlebenden zu finden, da die gesamten Siedlungsflächen überflutet worden waren. Aber auch hier hatten sich die UreinwohnerInnen rechtzeitig in das Berggelände zurückgezogen.
Welche Sensibilität weisen Tiere und naturverbundene Volksgruppen auf, die bei Betrachtung der Opferzahlen anscheinend den meisten anderen Menschen verloren gegangen ist ? Und was kann diese Wahrnehmung für unseren Umgang mit der Mitwelt bedeuten ?
Mir kommen dabei zuerst Gedanken wie:
Warum habe ich diese Sensibilität nicht mehr ?
Wie kann ich sie wieder fördern ? nicht wg. Tsunami sondern zur Verbesserung meiner Wahrnehmung überhaupt.
Was würde mir eine größere Sensibilität für 'Entdeckungen' ermöglichen ? nur positive oder auch negative ?
Vielleicht müssen wir alle einfach lernen, wieder genauer hinzuschauen, hinzuhören und zu fühlen.
Ich bemühe mich – nicht erst seit dem Tsunami – mit offenen Sinnen meine Umwelt wahrzunehmen. Dazu gehört z.B. die ganz bewusste Freude über einen tollen Sonnenunter- bzw. aufgang, besondere Wolkenformationen (was entdecken Sie für Bilder ?), Geräusche von Tieren (auch in der Stadt), Gerüche (z.B. unter einer blühenden Linde, bei Schnee) u.a.m..
All diese Wahrnehmungen berühren mich immer wieder – zeigen sie mir doch immer wieder die wunderschöne Schöpfung. Damit sind sie für mich zugleich Auftrag, alles mir mögliche für den Erhalt zu tun. Damit kann ich zwar keinen Tsunami verhindern – aber meinen Anteil zur Verhinderung von menschengemachten Katastrophen beitragen.
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 22: Wenn Dein Kind dich morgen fragt ...

So lautete das Motto des Kirchentages in Hannover.
Stellen wir uns doch auch mal dieser Frage. Was haben wir dann zu sagen, wenn es um das Thema Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung geht ?
Kinder haben da ein ziemlich klares Empfinden. Dies wurde mir z.B. im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg deutlich. Kinder sind sehr klar darin, dass Krieg kein Mittel ist, das in der heutigen Zeit noch angewendet werden sollte, um Ziele zu erreichen. Angst vor Krieg wird bei Umfragen unter Kindern auch immer wieder genannt.
Also sollten wir, wenn die Kinder uns fragen, uns nicht vor einer Antwort scheuen. Und der Spruch ‚Eine/Einer allein kann doch nichts machen’ ist auch nicht angesagt.
Denken Sie doch mal über Ihre Möglichkeiten nach, etwas für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu tun.
Bei der älteren Generation finde ich es wichtig, dass sie uns erzählt, wie es war in Not, Krieg u.a.. Nicht als Pathos, sondern um durch die Erinnerung allen klar zu machen, dass die Verhältnisse unter und nach dem Naziregime in Deutschland mit allen demokratischen Mitteln verhindert werden müssen – für Gerechtigkeit und Frieden.
Von Menschen meiner Generation erhoffe ich mir ein mitmenschliches und umweltgerechtes Verhalten. Dass es in der heutigen Situation Punkte gibt, wo dies schwierig ist, erlebe ich tagtäglich selber. Aber auch die kleinen Schritte, die möglich sind, zeigen Wirkung !
Wer hätte z.B. zu Beginn der Diskussion über die Zerstörung der Ozonschicht gedacht, dass FCKW und FKW in so relativ kurzer Zeit keine Rolle mehr bei Zerstäubern und Kühlschränken spielen ? Das haben wir alle als VerbraucherInnen erreicht - und die Ozonschicht hat sich dadurch in Teilbereichen auch wieder erholt !
Kinder fragen uns – und wir sind Vorbild für sie. Geben wir ihnen also ehrliche Antworten und verhalten wir uns mitmenschlich, denn
‚Wenn dein Kind dich morgen fragt ... – gut, wenn du eine Antwort weißt’

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 23: Evangelisch - Abendmahl

Evangelisch: Aus dem Evangelium (bzw. den Evangelien) stammend, dem Evangelium in Glaube und Lebensführung entsprechend. Von Martin Luther 1521 vorgeschlagene Bezeichnung für die Anhängerinnen und Anhänger der reformatorischen Lehre.
Abendmahl: Die als Gedächtnismahl gefeierte Wiederholung des letzten Abendmahls, in nahezu allen christlichen Glaubensgemeinschaften Höhepunkt des Gottesdienstes.
Das Leitthema der Kontakte ist auch immer mein Ansatz. Dieses Mal kam ich erst mal ein wenig ins Grübeln. Was haben ‚evangelisch’ und ‚Abendmahl’ mit der Agenda 21 zu tun ? Für mich liegt der verbindende Gedanke darin, dass in unserer evangelischen Kirche alle Menschen zum Abendmahl eingeladen sind. Dieses selbstverständliche Symbol für Gemeinschaft passt für mich auch sehr gut zu den Ansätzen der Agenda 21, die ich hier mal mit ‚Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung’ umschreiben möchte.
Natürlich helfen hehre Worte alleine nicht, etwas zum Wohle aller Menschen zu bewegen. Jetzt, in der kalten Jahreszeit, sind z.B. Tipps zum Sparen von Heizenergie der ganz praktische Ansatz:
Wenn Sie nicht im Haus sind, ist volle Heizleistung nicht notwendig. Bei Anlagen mit Zeitschaltuhr u.a. lässt sich die Temperatur reduzieren. Jedes Grad weniger senkt dabei den Verbrauch um etwa 6 %. Die Absenkung sollte max. 5 Grad betragen; dann braucht die Heizung nur ca. 1 Stunde Vorlauf vor der Rückkehr. So kann natürlich auch bei Urlaub u.a. verfahren werden.
Sehr große Einsparungen sind mit richtigem Lüften möglich. Statt stundenlang Fenster auf Kipp zu stellen (auch Gefahr von Schimmelpilzbefall !) wird bei Anwesenheit ca. alle 1 – 2 Stunden bei offenem Fenster ca. 5 min. stoßgelüftet. Dabei wird nur die Luft ausgetauscht und Wände u.a. bleiben warm.
Energieeinsparung vermindert CO2-Belastung und damit die Gefahr der globalen Erwärmung mit all ihren katastrophalen Folgen. Sie können sich Szenarien der Klimaänderung jetzt auch im Internet unter www.dkrz.de zeigen lassen. Dort sind vom Max-Planck-Institut große Mengen von Daten verarbeitet worden, mit denen sich für die nächsten Jahre die Auswirkungen der Erwärmung darstellen lassen. Die Wirbelstürme in Amerika hat diese Seite übrigens auch schon vor ihrer Erstehung prognostiziert.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 24: Fair Play

Unter Fair Play wird in diesen Tagen meist an das faire Verhalten im Sport gedacht. Das ist auch gut so. Aber eine weitere Definition des Begriffes aus dem Duden sollte nicht vergessen werden:
anständiges Verhalten (im Geschäftsleben)
Jede und jeder von uns ist also angefragt, sich in ihren/seinen Lebensbezügen ‚anständig’ zu verhalten. Dies bedeutet für mich in Hinblick auf Agenda 21, das in meiner Macht stehende zu tun, um allen Menschen jetzt und in Zukunft ein friedliches Leben in einer gerechten Gesellschaft und einer intakten Umwelt zu ermöglichen.
Diese Aussage beinhaltet u.a. die verschiedenen Aspekte von umweltgerechtem Verhalten. Einen Punkt möchte ich Ihnen heute ganz konkret vorstellen.
Mittlerweile kann niemand mehr verleugnen, dass durch unser ‚energieintensives’ Verhalten die negative Klimaveränderung gefördert wird. Ein wesentlicher Aspekt in diesem Zusammenhang sind die zunehmenden Flüge – unter anderem aufgrund des Billig-Booms.
Hier gibt es seit dem vergangenen Jahr die Möglichkeit, die klimaschädlichen Folgen durch Zahlung eines entsprechenden Ausgleiches aufzufangen. Für die Gelder werden Schutzprojekte in Form von Aufforstungen u.a. durchgeführt.
Auf der Internetseite www.atmosfair.de werden die Flugdaten (möglichst mit Art des Flugzeuges) eingetragen und das System errechnet den zu zahlenden Beitrag. Für die einfache Strecke Düsseldorf-Dublin sind es z.B. 5 €. Der Betrag errechnet sich nach dem notwendigen Ausgleich aufgrund der CO2-Emmission und der evtl. besonderen Klimaeinwirkung bzgl. Flughöhe.
Nach Zahlung des Ausgleichsbetrages wird ein Zertifikat mit den genauen Infos versandt und am Ende des Jahres gibt es auch eine Spendenbescheinigung, die steuerlich geltend gemacht werden kann.
Dies sollte sicher kein Freibrief für Flüge ‚zu jeder Gelegenheit’ sein. Aber für die Reisen, die aufgrund von Entfernungen u.a. notwendig sind, ist hiermit die freiwillige Übernahme von Verantwortung möglich – und das verstehe ich dann auch unter anständigem Verhalten.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 25: Bibel

Der Leitartikel dieser Kontakte-Ausgabe beschäftigt sich mit der Bibel. Natürlich ist es auch diesmal mein Anspruch, unter diesem Aspekt einen Bogen zum Agenda-Prozeß zu schlagen.
Die Kerninhalte von Agenda 21 umschreibe ich immer gern mit der Aussage des Konziliaren Prozesses:
Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Diese Begriffe ziehen sich durch alle Teile der Bibel – von der Schöpfungsgeschichte bis zur Offenbarung.
Aber die Begriffe stehen nicht einfach so da. Sie sind immer in genaue Beobachtungen oder das Aufzeigen von Entscheidungsmöglichkeiten eingebunden.
Schöpfungsgeschichte: Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.
Offenbarung: Wer Böses tut, der tue weiterhin Böses, und wer unrein ist, der sei weiterhin unrein; aber wer gerecht ist, der übe weiterhin Gerechtigkeit, und wer heilig ist, der sei weiterhin heilig.
Der Agenda-Prozeß ist also tief verbunden mit den Aussagen der Bibel – womit sich auch hier mal wieder die Aktualität dieses Buches zeigt.
Daher gibt es auch diesmal natürlich wieder ganz konkrete Anregungen zu einem Verhalten im Sinne von Agenda 21 – und damit auch im Sinne der Bibel. Wenn Sie Neuanschaffungen technischer Geräte von Waschmaschine bis Computer planen, ist ein Blick auf Energieverbrauch immer angesagt. Hier gibt es durch das Medium Internet gute Informationsplattformen.
Unter www.spargeraete.de finden Sie Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Wäschetrockner und Spülmaschinen. Bei Kühlschränken beträgt z.B. der Unterschied im Stromverbrauch zwischen A++ und A schon fast 100 % - und in diesem Maße unterscheidet sich dann auch die Stromrechnung bezogen auf dieses Gerät !
www.energielabel.de zeigt empfehlenswerte Arbeitsplatzrechner ohne integrierten Bildschirm, Arbeitsplatzrechner mit integriertem Bildschirm (Laptop), Audiogeräte, Batterieladegeräte, Bildschirme, Drucker, Farbdrucker, Energiespargeräte, Fernsehgeräte, Kopierer, Multifunktionsgeräte, Mobile Telefone, Scanner, Steckernetzteile, Telefaxgeräte und Videorecorder.


Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 26: Gott wohnt hier

Mitte November wurde die Inschrifttafel über dem Seiteneingang der Gemeinde und der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben der spannenden Frage, was 1789 Christinnen und Christen in Witzhelden zu einer hebräischen Inschrift bewogen hat, hat dieses Bibelwort natürlich auch für die Agenda-Reihe Bedeutung.
‚Gott wohnt hier’ heißt die Inschrift in etwa aus dem Hebräischen übersetzt. Unsere heutigen Bibelübersetzungen sagen: Hier ist der Herr (Luther und Einheitsübersetzung), Der Herr ist da (Gute Nachricht)
Und dieser Gott hat uns Menschen als seine Schöpfung dazu ausersehen, alle Bereiche der Schöpfung zu bewahren. Damit hat er uns eine große Freiheit – aber auch eine große Verantwortung gegeben.
Wir haben die Freiheit, neue Dinge zu entwickeln, neue Techniken u.a.. Aber wir haben eben auch die Verantwortung, diese Dinge verantwortungsbewusst einzusetzen.
Im Bereich der Klimaerwärmung, die mittlerweile von niemandem mehr geleugnet wird, kann jede und jeder von uns weiter zur Katastrophe beitragen. Aber wir haben auch die Möglichkeit, verantwortungsbewusst zu handeln.
Dabei ist der Wirkungs-Maßstab ganz einfach – er bemisst sich an der Einsparung von Kohlendioxid.
Eine Energiesparlampe statt Glühbirne spart jedes Jahr ca. 65 Kilo Kohlendioxid.
Pro nicht mit dem Auto gefahrenem Kilometer werden über 0,4 Kilo Kohlendioxid weniger erzeugt.
Konsequente Vermeidung von Hausmüll und Wiederverwertung der Restmenge kann Ihren Kohlendioxidausstoß um über eine Tonne senken.
Austausch des Duschkopfs gegen ein Wasser-Spar-Modell erspart der Atmosphäre ca. 160 Kilo Kohlendioxid.
Und für die Kohlendioxid-Immissionen, die unvermeidbar sind, können gepflanzte Bäume Ausgleich schaffen. Einer absorbiert im Laufe seines Lebens gut eine Tonne Kohlendioxid.
Weitere Infos und Tipps für verantwortungsbewusstes Verhalten finden Sie u.a. unter www.eine-unbequeme-wahrheit.de - die Internetseite zum Film von und mit Al Gore, ehemaliger Vizepräsident der USA.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 27: ‚Hintern hoch und nicht wieder einschlafen’

... „Es soll nicht enden Saat und Ernte ...“, verspricht Gott. Es wird gut, wenn wir in seinem Namen hinsehen, hinhören, handeln. Die Schöpfung steht auf dem Spiel. Keine Börsenbilanzen, sondern das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Da hilft kein Hocken über Statistiken und Sachzwängen, da muss der Hintern hoch und nicht wieder einschlafen. – Mechthild Werner in ihrer Predigt beim Schlussgottesdienst des Kirchentags
Umweltengagierten Menschen wird immer wieder vorgeworfen / entgegengebracht wird: Sachzwänge, wirtschaftliche Erwägungen, die Globalisierung – wenn all dies nicht wäre, könnten wir ja umweltbewusst handeln.
Allerdings sind diese Aussagen mittlerweile praktisch überall wiederlegt. Nur etwa 1 % des globalen Bruttoinlandsproduktes würde es z.B. im Bereich Klima kosten, alles Machbare gegen den Wandel auf den Weg zu bringen. Nichtstun würde 5 – 20 % Kosten verursachen. Vom Leiden, dass mit dem Klimawandel gerade für die ärmsten Länder verbunden ist, ganz zu schweigen.
Also: Jede und jeder von uns kann sich erheben und etwas gegen den Klimawandel tun !. Heute noch ein paar Anregungen zu diesem für uns, unser aller Nachkommen und die ganze Schöpfung so wichtigen Thema:
Lassen Sie Elektrogeräte nicht im ‚Stand-by’ laufen !
Manche Apparate ziehen sogar im ausgeschalteten Zustand Strom – entlarven Sie solche Energiefresser (Messgeräte zum Aufspüren können Sie bei mir ausleihen)
Kaufen Sie Recycling-Papier !
Es braucht 70 - 90 % weniger Energie bei der Herstellung und verhindert die Abholzung von Wäldern.
Wenn Sie ein neues Auto anschaffen müssen, entscheiden Sie sich für ein kraftstoffsparendes Modell !
Die aktuelle Auto-Umweltliste des Verkehrsclub Deutschland VCD mit allen Verbrauchsdaten erscheint im August. Ich kann sie Ihnen zur Verfügung stellen.
Beteiligen Sie sich mit Ihren Kindern/Enkeln u.a. an der Aktionswoche ‚Zu Fuß zur Schule’ vom 17. – 22. September !
Nähere Infos dazu unter www.zu-fuss-zur-schule.de

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 28: Presbyterium und Klimaschutz

Auszug aus wikipedia:
Ein Presbyter (von griechisch "Ältester") ist Inhaber bzw. Inhaberin eines kirchlichen Leitungsamtes. Älteste gab es bereits in der frühen Zeit der Geschichte Israels. Sie bildeten gemeinsam eine Art Repräsentanz des Volkes und waren gleichzeitig die Ordnungshüter der vorstaatlichen Gesellschaft. Zunächst waren die Ältesten - daher der Begriff - wirklich die Bejahrten. Neben diesen Ältesten, die die alte patriarchalische Familienordnung hervor gebracht hatte, finden wir in der Bibel auch eingesetzte und berufene Älteste. So entstand ein von der patriarchalischen Ordnung unabhängiges Leitungsamt. Später fiel den Ältesten mehr und mehr die Aufgabe zu, als kommunale Verwalter, Richter und Katasterbeamte für Ordnung zu sorgen. Sie trafen sich zu öffentlichen Sitzungen und Verhandlungen.
Den letztgenannten Aspekt finde ich unter dem Aspekt der Agenda-Arbeit sehr interessant. Denn Verwalter sind ja auch wieder mit Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu verbinden. Dazu passt, dass Kirche sich im Bereich Klimaschutz engagiert:
Als Kirche wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die bestehenden Blockaden im Klimaschutz überwunden werden. Die vom Menschen verursachte globale Erwärmung ist ein krasser Mangel an Gerechtigkeit der Industriestaaten gegenüber den Gesellschaften des Südens, nachfolgenden Generationen und der Schöpfung.
Den Klimawandel erfolgreich zu bekämpfen ist ein zentraler Prüfstein für eine solidarische Weltgesellschaft, die lernt, mit den Ressourcen verantwortungsbewusst und gerecht umzugehen.
Als große Industrienation gehört Deutschland zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Im eigenen Land muss der Ausstoß an Treibhausgasen reduziert werden. Gleichzeitig müssen die Länder des Südens beim Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden. Hierbei geht es nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit!
Textauszug zum Klimaschutz-Aktionstag am 08.12.2007 in Neurath der Klimaschutz-Allianz, weitere Infos unter www.die-klima-allianz.de

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 29: Wenn der Herr nicht das Haus baut

Wenn der Herr nicht das Haus baut - darum geht es im Leitartikel von Stephan Schneider.
Ich möchte die Thematik von Hausbau u.a. unter dem Agenda-Aspekt betrachten. Unser Wohnen ist zumeist mit einem beträchtlichen Energieverbrauch verbunden. Verantwortung für die Schöpfung aber auch ganz trivial der Geldbeutel haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass immer mehr über Einsparungsmöglichkeiten nachgedacht und teilweise auch umgesetzt wird.
Leider bleiben die meisten Projekte in meinen Augen auf halbem Wege stehen. Denn von den heutzutage sowieso schon einzuhaltenden energetischen Standards bis zum sogenannten Passivhaus ist es kein großer Schritt mehr – er wird nur leider meist nicht gegangen.
Passivhäuser zeichnen sich dadurch aus, dass sie energetisch durch entsprechende Bauweise so optimiert sind, dass sie nur noch einen extrem geringen Restenergiebedarf für die Raumheizung haben. Richtwert sind hierbei 15 Kilowatt je Quadratmeter und Jahr (zum Vergleich: die kfW-Fördergelder kfW 40 und 60 beziehen sich auf Restenergiebedarfe von 40 bzw. 60 Kilowatt)
Der geringe Restenergiebedarf der Passivhäuser wird zumeist über die Lüftungsanlage zugeführt. Bei der Passivhaussiedlung in Lindlar war z.B. für 2 Winter je Haus eine Propangasflasche = ca. 20 € nötig.
Die Technik kann als ausgereift bezeichnet werden, denn das erste Haus im Passivhausstandard wurde 1991 gebaut – mit einem Restheizwärmebedarf von 10,5 kW je Quadratmeter und Jahr. Mittlerweile sind auch zahlreiche Bestandsbauten energetisch entsprechend optimiert worden, z.B. ein Einfamilienhaus in Odenthal.
Wer nähere Infos zur Thematik sucht und sich ein Bild von der Vielfalt der Objekte machen möchte, kann sich unter www.passiv.de informieren.
Für Neubauten von Passivhäusern können übrigens zinzverbilligte Kredite bei der kfW-Bank beantragt werden.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 30: Klima der Gerechtigkeit

Die Länder des Südens sind vielfach Leidtragende der Klimaveränderung, obwohl sie nur minimal dazu beitragen, dass für das Klima bedrohliche Stoffe in die Atmosphäre gelangen. Trotzdem engagieren sich auch dort Menschen in Kirchen, soziale Bewegungen und Regierungen, Erderwärmung zu mindern und gleichzeitig Vorsorge für die jetzt schon nicht mehr abwendbaren Folgen der Klimaveränderung zu treffen.
Die Ausstellung ‚Klima der Gerechtigkeit’, die im Dezember in unserer Kirche zu sehen sein wird, spannt daher auch den Bogen von den Klimaproblemen über die Handlungsansätze der Länder im Süden bis zu unseren Möglichkeiten in den Industriestaaten.
Konzipiert ist die Präsentation für jedes Alter. Dabei gibt es für Schulklassen, Konfirmandenkurse und andere Gruppen pädagogische Hilfen mit zahlreichen kreativen Ideen.
Erstellt worden ist die Ausstellung von der Vereinigten Evangelischen Mission in Wuppertal, die hierbei auf die vielfältigen Erfahrungen ihrer Mitgliedskirchen in den südlichen Ländern zugreifen konnte.
Nutzen Sie die Ausstellung, um unter dem Aspekt ‚Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung’ einen Blick auf den Klimawandel zu werfen und dabei neue Anregungen für Ihre persönlichen Handlungsmöglichkeiten zu bekommen.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 31: Klima der Gerechtigkeit - konkret
Den aufmerksam Lesenden wird es aufgefallen sein: Der Titel dieses Agenda-Beitrages lautet wie beim letzten Mal, aber um ‚konkret’ ergänzt. Und um das konkrete persönliche Handeln soll es hier und heute gehen.
Aufgrund der wirtschaftlichen Turbolenzen der letzten Wochen und Monate wollen nicht wenige das Thema Klimaschutz wieder beiseite schieben mit der Aussage ‚Wir haben andere Sorgen’. Aber noch einmal: Nur etwa 1 % des globalen Bruttoinlands-produktes würde es im Bereich Klima kosten, alles Machbare gegen den Wandel auf den Weg zu bringen. Nichtstun würde 5 – 20 % Kosten verursachen. Und dabei sind die Leiden, die der Klimawandel gerade für die ärmsten Länder bringt, noch nicht einmal berücksichtigt. Wir sind also gefragt - jede und jeder Einzelne von uns, ganz konkret:
Kalt mit Köpfchen
Warme Speisen abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank kommen und diesen auf 5 – 7 °C regeln.
Heiß ohne Schweiß
Das Vorheizen des Backofens ist nicht notwendig. Bis zu 25 % Energie können Sie mit Topfdeckel und passenden Töpfe zur Herdplatte sparen. Ein Grad weniger im Raum spart 6 %.
Nicht so weiß ist weise
Recycling-Papier braucht 70 - 90 % weniger Energie bei der Herstellung und verhindert die Abholzung von Wäldern.
Kein Auto mit (CO2-) Übergewicht
Es gibt Modelle, die heute schon max. 120 mg CO2 ausstoßen.
Warmer Regen statt heißer Suppe
Duschen spart ordentlich gegenüber Vollbad. In der Waschma-schine wird’s auch mit niedrigen Temperaturen sauber.
Sturm statt Zug
Kurzes Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster ist energetisch und bauphysikalisch viel, viel besser als gekipptes Fenster über Stunden.
Klimaschutz geht durch den Magen
Regionale Produkte und Bioerzeugnisse kommen mit viel weniger Energie aus. Und in Einkaufstaschen ist das alles auch besser transportiert als in der Plastiktüte.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 32: Wo ist Euer Glaube ?
Die Gedanken aus dem Leitartikel sind immer wieder meine Anknüpfungspunkte für den Inhalt des Agenda-Beitrages. Wo ist Euer Glaube ? wird gefragt und gegen Resignation und für Hoffnung und Aktivität gesprochen.
Dies sind sehr passende Gedanken zum Themenkomplex Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Gibt es doch immer wieder Situationen, wo die Verhältnisse in dieser Welt in die Resignation treiben.
Es ist sehr verständlich, wenn z.B. umweltengagierte Menschen über eine Abwrackprämie unter dem Deckmantel von Umweltschutz wütend werden. Hier geht es eigentlich nur um die Gewinne der Autoindustrie, denn es gibt keinerlei Vorgaben über Verbrauch u.a. des Neuwagens. Was hätte mit diesem Geld alles wirklich sinnvolles und nachhaltiges getan werden können ?
Aber auch hier gibt es keinen Grund zur Resignation. Der Verkehrsclub Deutschland VCD – bekannt durch u.a. die Auto-Umweltliste – bietet unter dem Titel ‚Neue Räder braucht das Land – Umweltprämie jetzt’ die Möglichkeit, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Mail zu schreiben, in der statt Abwrackprämie für Autos im Rahmen Neukauf Fahrrad und/oder Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr gefordert werden. Möglichkeit zum Mitmachen besteht unter http://www.vcd.org/umweltpraemie_jetzt.html.
Je mehr Menschen sich beteiligen, desto größer wird der politische Druck gegen die unsinnige ‚Wirtschaftsförderung’ durch die Abwrackprämie – und es wäre ja nicht das erste Mal, dass bürgerschaftlicher Protest zu umfassenden Änderungen führt.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 33: Jeder Mensch ist normal – bis Du ihn kennenlernst
So steht es in dieser Ausgabe über dem Leitartikel - und unter dieses Motto möchte ich auch diesen Agenda-Beitrag stellen.
Was halten wir eigentlich für normal. Das Spiegelbild unserer Selbst. Aber wir sind ja auch ‚Mängelexemplare’. Und was haben diese Gedanken mit Agenda 21 zu tun ?
Nun – unser Anspruch an uns selbst und an andere kann positiv wie negativ für unser aller Schöpfung sein.
Stelle ich den Anspruch an mich, im Rahmen meiner Möglich-keiten etwas zur Schonung von Ressourcen u.a. zu tun ? Dann handele ich positiv und kann für andere Ansporn und Vorbild sein.
Oder will ich durch materielle Dinge meinen Status scheinbar anheben – und dabei zumeist gegen Bewahrung der Schöpfung agieren.
Diese Punkte haben nach meiner Erfahrung ganz wesentlich mit der Wahrnehmung meiner Selbst zu tun. Ruhe ich in mir, bin ich zufrieden, bleibe ich interessiert ? Dann habe ich materielle Dinge nur in geringem Maße nötig.
Definiere ich meinen Selbstwert aber durch ‚Haben’, brauche ich dafür natürlich auch das neuste Auto u.a..
‚Der Wunsch, lieben und geliebt, gehört zu den leidenschaft-lichsten Sehnsüchten unserer Seele’ schreibt Stephan Schneider. Und versuchen nicht immer wieder Menschen, sich diese Liebe zu ‚erkaufen’ – vom Kind, in der Partnerschaft, in der Gesellschaft.
Menschen, die einander mögen, sind in unserer heutigen Zeit zumeist glücklicher, wenn wir ihnen Zeit schenken – und nicht etwas Materielles. Die Gemeinschaft ist wirklich ein sehr hohes Gut – und kann ganz umweltfreundlich gelebt werden.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 34: Groß werden mit Gott

Kinder sind unsere Zukunft. So wird es immer wieder betont. Daher ist es unsere Aufgabe, den nachfolgenden Generationen auch eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Der Leitfaden dieser KONTAKTE-Ausgabe zeigt verschiedene Felder auf, in denen unsere Kirchengemeinde da aktiv ist.
Nicht zu vernachlässigen ist natürlich dabei auch die Bewahrung der Schöpfung. Sauberes Wasser und gute Luft, Raum in der Natur zum Spielen und gesunde Nahrungsmittel fallen mir dazu ganz spontan ein.
Einen Aspekt möchte ich herausnehmen: Raum in der Natur zum Spielen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber bei mir ist das Staunen und die Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung immer besonders unmittelbar, wenn ich mich draußen aufhalte. Ein schöner Sonnenuntergang, das Trommeln von Regentropfen, die Freude an einem Vogel, das Gefühl von Kompost an den Händen und vieles mehr erzeugt bei mir Wohlbefinden.
Und auch wissenschaftlich ist diese ‚Wohlfahrtswirkung’ von Grün mittlerweile durch verschiedenste Studien dargelegt. In Krankenhäusern z.B. brauchten die Patientinnen und Patienten, die ein Zimmer mit Blick ins Grüne hatten, deutlich weniger Schmerzmittel und wurden auch schneller gesund als die, die auf ein Gebäude schauten.
Schaffen wir also grüne Räume, die uns allen gut tun, Lebensraum bieten und die Schöpfung Gottes verdeutlichen. Jetzt im Herbst wäre etwa die optimale Zeit, um einen Apfelbaum zu pflanzen. Damit könnte die Tradition unserer Gegend als bergische Obstkammer auch außerhalb der Plantagen wieder verstärkt sichtbar werden. Sie können sich zusammen mit Ihren Kindern und Enkeln und allen anderen Menschen im Frühjahr an Austrieb und Blüte erfreuen und im Herbst wird der Gaumen dann mit Obst aus dem eigenen Garten verwöhnt.
Aber auch auf dem Balkon können Sie Kräuter pflanzen, sich am Duft erfreuen und die verschiedensten Insekten entdecken.
Wie sagte schon Luther: Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
Viel Spaß dabei !

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 35: Das Haus das sich Gemeinde nennt

Gemeinde als Haus dargestellt – mit vielen Zimmern, die ganz unterschiedlich gestaltet sind. Der Schwerpunkt in dieser Ausgabe der KONTAKTE versinnbildlicht unser Gemeindeleben.
Dabei möchte ich natürlich den Blick auf die ganz praktischen Aspekte der ‚Zimmer’ in unseren verschiedenen Gebäuden lenken. Hier hat sich energetisch einiges getan bzw. steht in Kürze bevor.
Im Alten Pfarrhaus, das unser Gemeindebüro und eine Wohnung umfasst, sind nunmehr alle Nachtspeicheröfen gegen Gasbrennwertthermen ausgetauscht. Bei Strom kommt von der Ausgangsenergie (Kohle, Gas, Uran) nur etwa 25 – 30 % bei uns als Energie an. Bei einer Gasbrennwerttherme liegt die Ausbeute deutlich höher, so dass dieses Heizsystem viel reccoursenschonender ist.
In der Kirche hatte die alte Gasheizung fast 30 Jahre auf dem Buckel. Reparaturen häuften sich – und die Wärmeleitung vom Heizungshäuschen zur Kirche stellte aufgrund der geringen Isolierung im Winter eine ‚Außenfußbodenheizung’ dar. Hier hat ein Wechsel zu einer modernen Brennwerttherme stattgefunden, die in der Sakristei hinterm Altar Platz gefunden hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, da die Fußbodenheizung den Wärmetauscher verschlammt hatte, läuft dieses System nun und spart uns und der Umwelt voraussichtlich 30 % Heizenergie.
Durch eine Beschluss der Landessynode 2009 hatte die Verwaltung in Düsseldorf mit Ökostromanbietern Rahmenverträge für die Kirchengemeinden ausgehandelt. Dadurch ist es für unsere Gemeinde möglich, gold-zertifizierten Ökostrom inkl. Investition in Neuanlagen zu günstigerem Preis zu beziehen als ‚Normalstrom’ beim bisherigen Anbieter. Der entsprechende Wechsel ist auf den Weg gebracht.
Im Bestandsbereich unseres Familienzentrums ‚Villa Kunterbunt’ wird es mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II eine ergänzende Dachdämmung, neue Fenster und Wärmerückgewinnung geben. Damit soll der Energieverbrauch von über 220 kWh/m2/Jahr deutlich reduziert werden.

Yvonne Göckemeyer, Baukirchmeisterin

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 36: ‚andauernde Arbeit‘

Wer kennt das nicht – manche Arbeit scheint nie ein Ende zu nehmen. Sei es die Ordnung in Küche oder anderen Räumen, die Wäsche oder anderes mehr.
Ebenso kann es einem mit dem Engagement für unser aller Umwelt vorkommen: Vielmehr können wir uns eher von einer Welle überrollt fühlen. Die Arbeit / das Engagement nimmt kein Ende. Außerdem reagiert das Umfeld oftmals skeptisch bis ablehnend, frei nach dem Motto: Was soll denn das ? Warum engagierst Du Dich ? EineR allein kann ja doch nichts machen ! u.a.m.
Und doch macht es Sinn, sich einzusetzen. Denn je mehr Hände mit aktiv sind, desto mehr geschieht und desto mehr lässt sich bewegen – und desto stiller werden die Stimmen der Skeptiker.
Wer hätte z.B. vor einigen Jahren gedacht, dass Solartechnik mal ganz selbstverständlich ist. Anfangs waren es einige ‚grüne Spinner‘, die Warmwasser und/oder Strom von der Sonne erzeugen ließen. Heute ist es ein Bereich mit vielen Tausend Arbeitsplätzen – und es werden immer mehr.
Wer hätte gedacht, dass es einmal Gebäude geben wird, die so wenig Heizenergie benötigen wie die heute immer häufiger existierenden Passivhäuser. Hier haben Vorreiter wie Herr Feist mit seinem Passivhausinstitut in Darmstadt Pionierarbeit geleistet.
Wer hätte gedacht, dass Spül- und Waschmaschinen mal mit so wenig Wasser auskommen wie es heute möglich ist. Hier haben Entwicklungsabteilungen die Zeichen der Zeit erkannt und in die richtige Richtung gearbeitet.
All diese Pioniere mussten gegen viel Wind ankämpfen – haben aber den Mut nicht verloren sondern weitergemacht. Ohne solche Menschen würden wir in allen Bereichen unseres Lebens nicht weiter kommen. Daher ist es wichtig, sie zu unterstützen – oder noch viel besser – mit ihnen zusammenzuarbeiten. Und eins ist sicher: Wenn die Stimmung dann umschlägt, ist dies ein ganz tolles Gefühl !
Ich wünsche es Ihnen !

Yvonne Göckemeyer, Baukirchmeisterin

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 37: Wir bekommen Besuch

Visitation durch den Kirchenkreis – in diesem Rahmen empfängt unsere Kirchengemeinde in diesem Frühjahr Besuch. Im Bereich ‚Schöpfung bewahren’ ist dies beileibe kein einmaliger Kontakt, sondern vielmehr ständige An- und Verknüpfungsstelle.
Für unsere Kirchengemeinde bin ich auf Kirchenkreisebene Mitglied und auch Vorsitzende im Synodalen Umweltausschuss. Hier tauschen sich Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden über Erfahrungen vor Ort aus. Daneben sind aktuelle Infos zu allen Bereichen von ‚Schöpfung bewahren’ Thema.
In der letzten Sitzung gab es z.B. einen Vortrag von ‚Grüner Strom Label’ über die Punkte, die beim Wechsel zu grünem Strom zu beachten sind, damit er auch wirklich zu einer Energiewende beiträgt.
Mehrere Kirchengemeinden konnten dank der ‚Leuchtenkiste’ des Ausschusses energiesparende Lampen vor Ort testen und durch den Austausch Stromkosten einsparen und auch die Belastung der Umwelt durch CO2 reduzieren.
Ferner bin ich Mitglied der Konferenz der kreiskirchlichen Umweltbeauftragten. Hier treffen sich Menschen aus den Kirchenkreisen unserer Landeskirche, die im Bereich ‚Schöpfung bewahren’ engagiert sind. Neben dem Erfahrungsaustausch gibt es stets Schwerpunktthemen, wie kirchliches Umweltmanagement, Biodiversität, Agrarsprit, Verbrauchserfassung u.a..
Dem Engagement der Konferenz ist es u.a. zu verdanken, dass es den Rahmenvertrag mit dem Stromlieferanten ‚Naturstrom’ gibt, von dem auch unsere Kirchengemeinde nunmehr seit gut einem Jahr profitiert. Dieser ‚grüne Strom’ hat auch das Goldlabel von ‚Grüner Strom Label’ und führt daher tatsächlich zu einem Ausbau erneuerbarer Energien.
Freuen wir uns also auf unseren Besuch – denn je mehr Menschen zum Thema ‚Schöpfung bewahren’ in Kontakt und aktiv sind, desto mehr lässt sich bewegen.

Yvonne Göckemeyer, Baukirchmeisterin

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 38: Der Wind weht

Was unsere Vorfahren an der Küste zum Mehlmahlen, als Antrieb für Holzsägen und als Senfmühle genutzt haben, wird für uns alle zu einem wesentlichen Baustein beim Ausstieg aus der Atomenergie.
Wind zur Energiegewinnung hat viele Vorteile. Er weht vor allem, wenn auch viel Strom gebraucht wird – in den kälteren Jahreszeiten. Ergänzt mit entsprechenden Speichermöglichkeiten, intelligenten Stromnetzen und bei Ausschöpfung der umfangreichen Maßnahmen zur Stromeinsparung (Energiesparlampen, energieeffiziente Antriebe u.v.m.) kann Wind lt. einer Berechnung von Greenpeace (Klimaschutz: Plan B 2050, aktualisiert nach Fukushima) im Zusammenspiel mit Solar- und Erdwärmeanlagen und wenigen Gaskraftwerken bis ca. 2050 den gesamten Energiebedarf Deutschlands abdecken. Dabei würden ca. 80 % aus Erneuerbaren Energien kommen.
In dieser Studie geht das letzte Atomkraftwerk ca. 2015 vom Netz und das letzte Kohlekraftwerk ca. 2040. Es gäbe ca. 1 Millionen Arbeitsplätze im Bereich Erneuerbare Energien. Die Energie-Importabhängigkeit wäre gegenüber heute um ca. 95 % geringer.
Damit diese Studie Wirklichkeit wird und wir mit unserem Energieverbrauch keinen Schaden mehr für nachfolgende Generationen anrichten, sind wir alle aufgerufen, im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig zu werden. Mögliche Schritte sind:
Wechsel zu einem Stromanbieter mit dem Grüner-Strom-Label in Gold
bei Neuanschaffungen auf möglichst geringen Energieverbrauch achten
Wärmedämm-Maßnahmen u.a. bei Häusern und Wohnungen
Infos zu all diesen Punkten finden Sie in den vorangegangenen Agenda-Artikeln oder können Sie direkt bei mir anfordern.
Auf das der Wind wehe !

Yvonne Göckemeyer, Baukirchmeisterin

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 39: Eine (fast) perfekte Familie

Sicher fragen Sie sich, was der Agenda-Prozess mit dieser Aussage zu tun hat. Nun – Umweltschutz ist auch Menschenschutz, denn z.B. unter den Folgen des Klimawandels leiden zuallererst die Länder, denen es sowieso schon schlecht geht. Und bei Produkten aus Bioanbau ist fairer Handel = gerechte Bezahlung der Menschen, die Kaffee o.a. anbauen, eine Selbstverständlichkeit.
Aber auch für Menschen mit Handicap gibt es Verbindungen zum Umweltschutz.
In der Vergangenheit und auch heute noch ist sehr viel Geld in eher umwelt-schädliche Bereiche geflossen. Zu nennen sind beispielhaft Energieerzeugung in Großkraftwerken und Straßenbau. Wenn nur ein ganz geringer Prozentsatz der dort eingesetzten Mittel in die Beseitigung von Barrieren auf Wegen, in Zügen, bei Gebäuden u.a. fließen würden, könnten Menschen mit Handicap – aber auch mit Kinderwagen, Rollator, schweren Einkäufen u.a.m. - ihre täglichen Wege sehr viel einfacher erledigen. Dies kann dann auch aufwändige technische Lösungen wie Aufzüge u.a. oftmals einsparen.
Energetische Sanierung von Gebäuden bietet fast immer die Chance, Barrieren zu beseitigen. Eine neue Haustür kann so breit sein, dass auch ein Rollator oder ein Rollstuhl durchpassen. Und im Zugangsbereich kann die meist vorhandene Stufe vielleicht durch eine Rampe ergänzt werden. Bei neuen Terrassenelementen ist denen den Vorzug zu geben, die schwellenlosen Zugang ermöglichen – vielleicht auch als Alternative zur Haustür.
Wie gesagt – solche Veränderungen kommen vielen Menschen zugute. Vor über 10 Jahren habe ich in meiner beruflichen Tätigkeit als Landschaftsarchitektin beim Gemeindehaus Langenfeld-Reusrath eine Zugangstreppe durch eine Rampe ergänzt, da es eine Gruppe mit gehandicapten Menschen in dieser Gemeinde gab. NutznießerInnen sind aber auch die BesucherInnen der Krabbelgruppen, die seitdem mit den Kinderwagen das Gemeindehaus gut erreichen können – und die FahrradfahrerInnen freuen sich auch, ihren Drahtesel direkt vor der Tür sicher parken zu können.
Yvonne Göckemeyer, Baukirchmeisterin

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 40: Presbyterium und Klimaschutz

Auszug aus wikipedia:
Ein Presbyter (von griechisch "Ältester") ist Inhaber bzw. Inhaberin eines kirchlichen Leitungsamtes. ... Später fiel den Ältesten mehr und mehr die Aufgabe zu, als kommunale Verwalter, Richter und Katasterbeamte für Ordnung zu sorgen. Sie trafen sich zu öffentlichen Sitzungen und Verhandlungen.
Den letztgenannten Aspekt finde ich unter dem Aspekt der Agenda-Arbeit sehr interessant. Denn Verwalter sind können und sollten wesentliche Garanten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sein. Dazu passt, dass Kirche sich im Bereich Klimaschutz engagiert:
Als Kirche wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die bestehenden Blockaden im Klimaschutz überwunden werden. Die vom Menschen verursachte globale Erwärmung ist ein krasser Mangel an Gerechtigkeit der Industriestaaten gegenüber den Gesellschaften des Südens, nachfolgenden Generationen und der Schöpfung.
Den Klimawandel erfolgreich zu bekämpfen ist ein zentraler Prüfstein für eine solidarische Weltgesellschaft, die lernt, mit den Ressourcen verantwortungsbewusst und gerecht umzugehen.
Als große Industrienation gehört Deutschland zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Im eigenen Land muss der Ausstoß an Treibhausgasen reduziert werden. Gleichzeitig müssen die Länder des Südens beim Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden. Hierbei geht es nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit!
Textauszug zum Klimaschutz-Aktionstag am 08.12.2007 in Neurath
Einige Punkte sind in der Kirchengemeinde Witzhelden schon umgesetzt worden (Verwendung von Recyclingpapier, energiesparende Beheizung der Kirche, Bezug von Ökostrom mit Goldlabel). Aber es gibt auch noch eine Menge zu tun, wie z.B. Förderung von spritsparender Fortbewegung (ob mit Auto oder anderen Verkehrsmitteln), Verwendung von energiesparend hergestellten Produkten. Bei all dem gilt der Satz: Die umweltschonenste Energie ist die, die ich erst gar nicht verbrauche.
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 41: Kinder mit der Natur

Kinder sind unsere Zukunft. So wird es immer wieder betont. Daher ist es unsere Aufgabe, den nachfolgenden Generationen auch eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.
Nicht zu vernachlässigen ist natürlich dabei auch die Bewahrung der Schöpfung. Sauberes Wasser und gute Luft, Raum in der Natur zum Spielen und Entdecken sowie gesunde Nahrungsmittel fallen mir dazu ganz spontan ein.
Einen Aspekt möchte ich herausnehmen: Raum in der Natur zum Spielen und Entdecken. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber bei mir ist das Staunen und die Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung immer besonders unmittelbar, wenn ich mich draußen aufhalte. Ein schöner Sonnenuntergang, das Trommeln von Regentropfen, die Freude an einem singenden Vogel, das Gefühl von Kompost an den Händen und vieles mehr erzeugt bei mir Wohlbefinden.
Und auch wissenschaftlich ist diese ‚Wohlfahrtswirkung’ von Grün mittlerweile durch verschiedenste Studien dargelegt. Kinder, die Raum in der Natur zum Spielen haben, sind gesünder, beweglicher und all dies wirkt sich auch positiv auf ihre geistigen Leistungen aus.
Schaffen wir also grüne Räume, die uns allen gut tun, Lebensraum bieten, zum Entdecken einladen und die Schöpfung Gottes verdeutlichen. Im kommenden Herbst wäre etwa die optimale Zeit, um einen Apfelbaum zu pflanzen. Damit könnte die Tradition unserer Gegend als bergische Obstkammer auch außerhalb der Plantagen wieder verstärkt sichtbar werden. Sie können sich zusammen mit Ihren Kindern und Enkeln und allen anderen Menschen im Frühjahr an Austrieb und Blüte erfreuen, Bienen und Hummeln bei ihrer Bestäubungsarbeit entdecken und im Herbst wird der Gaumen dann mit Obst aus dem eigenen Garten verwöhnt.
Aber auch auf dem Balkon können Sie Kräuter pflanzen, sich am Duft erfreuen und die verschiedensten Insekten entdecken.
Wie sagte schon Luther: Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
Viel Spaß dabei !
Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 42: Sonntagsbraten mit Genuss

2006 wurde die Inschrifttafel mit der hebräischen Inschrift über dem Seiteneingang unserer Kirche der Gemeinde und der Öffentlichkeit vorgestellt. Es hat viele Überlegungen gegeben, was 1789 die Christinnen und Christen in Witzhelden dazu motiviert hat, diese Worte an der Kirche zu verewigen. Ein Aspekt könnte vielleicht sein, dass sie sich ihrer jüdischen Wurzeln sehr bewusst waren.
Was wissen wir heute über jüdisch glaubende Menschen – wobei es hier um Aspekte des Glaubens geht. Sicher gibt es im Judentum mindestens genauso viele individuelle Ausprägungen wie bei Christinnen und Christen.
Ein Aspekt, den ich bei Urlauben in Israel vor gut 20 Jahren sehr interessant fand, ist die Ernährung. Es wird nie Fleisch gemeinsam mit Milch und ihren Produkten gegessen. Es gibt also z.B. keinen Braten mit Sauce Hollandaise. Dies beruht auf einer Bibelstelle.
Noch interessanter finde ich: Juden essen – genauso wie Moslems – kein Schweinefleisch. Nicht umsonst heißt es in Israel immer, dass sich bei Falafel als Quasi-Nationalgericht - Kirchererbsenbällchen frittiert mit Gemüse in einer Teigtasche - beide Glaubensgruppen einig sind.
Nun könnte man unter dem Agendagedanken ‚hoffen’, dass der Verzicht auf Schweinefleisch allgemein zu einem sehr geringen Fleischkonsum führt. Dies kann aber nach meiner Erfahrung so nicht gesagt werden, denn es wird entsprechend mehr Geflügel und Rind verzehrt.
Unter Umweltgedanken geht es beim Fleischkonsum um ein – für uns und die Natur – gesundes Maß. Wir nehmen soviel Fleisch zu uns, dass dies mit als Grund für den weltweiten Hunger angesehen werden muss. Das Getreide, das für die Mast der Tiere verwendet wird, könnte ein vielfaches an Menschen ernähren.
Hier ist vielleicht das Erinnern an die alte Tradition des Sonntagsbraten ein guter Leitfaden. Fleischkonsum mit Augenmaß – und dann mit viel Genuss und aus einer tiergerechten Haltung – hilft uns und unser aller Umwelt.
Dies gilt gleichermaßen für Christinnen und Christen, Jüdinnen und Juden sowie Muslimen und Moslems. Es wäre schön, wenn wir dabei gemeinsam handeln – ganz im Sinne der Übersetzung der hebräischen Inschrift an der Kirche: ‚Gott wohnt hier’

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
43. Teil: Unsere Zeit in Gottes Händen

Wir können im Sinne der Agenda 21 aktiv sein. Viele Möglichkeiten ergeben sich, wenn jedeR von uns ihren/seinen Umgang mit der Zeit überdenkt.
Neben dem Gefühl des ‘Gehetzt-seins’ trägt unser ‘immer mehr, immer schneller, immer weiter’ nämlich auch in vielen Bereichen zur Umweltbelastung bei.
Hier ein paar Vorschläge zur Entschleunigung - für Ihr Leben und unser aller Mitwelt:
Ausflüge/Kultur: Viele Ziele lassen sich von Witzhelden aus mit dem Bus und ab Leichlingen mit der Bahn erreichen. Dabei haben alle von Anfang an etwas voneinander und Sie sparen die Parkgebühren. Oftmals ist die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel schon im Preis inbegriffen (z.B. Philharmonie Köln).
Einkäufe: Mittlerweile gibt es fast alle Artikel des täglichen Bedarfes im Ort zu kaufen. Wenn es mal in die Stadt geht, sorgt eine Einkaufsliste dafür, dass nicht unnötig Zeit beansprucht wird. Vielleicht können Sie sich ja auch mit NachbarInnen, FreundInnen u.a. abwechseln. So spart jedeR Geld und Zeit.
Job-Ticket
Viele ArbeitgeberInnen bieten mittlerweile ihren Beschäftigten ein sogenanntes Job-Ticket an. Dafür können gegen einen festen Betrag im gesamten Verkehrsverbund alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei genutzt werden.
Außerdem gibt es je nach Tag und Zeit diverse Mitnahmemöglichkeiten für Kinder, Erwachsene, Hund und Fahrrad. So erreichen Sie Ihre Arbeitsstelle entspannt und nach Feierabend sowie am Wochenende können Sie mit Familie, FreundInnen u.a. günstig Ausflüge machen. Fragen Sie doch mal in Ihrer Firma nach.

Vielleicht fallen Ihnen nach diesen Anregungen noch mehr Dinge ein, wo eine entschleunigte Fortbewegung für Sie in Frage kommt. Sie tun sich damit etwas Gutes und handeln im Sinne des Generationenvertrages ‘Agenda 21’.

Yvonne Göckemeyer

P.S. Ich besitze kein eigenes Auto. Meine Wege (Arbeitsstelle, freiberufliche Landschaftsarchitektin, Ausflüge, Urlaub u.a.) lege ich zumeist mit Bus und Bahn in Kombination mit einem Faltrad zurück. Manchmal bin ich auch Fahrgast bei anderen Menschen. Für Transportfahrten u.a. nutze ich an ca. 50 Tagen im Jahr den Wagen meiner Mutter oder miete ein Fahrzeug von Statt-Auto Leverkusen. Meine Gesamt-Mobilitätskosten (privat und beruflich) betragen etwa 3.000 Euro im Jahr.

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 44: Wir sind ver’netzt‘

Wir sind weltweit ver'netzt' – dabei geht es nicht nur um das Internet sondern um ganz alltägliche Belange wie Klima, Ressourcen, Handel und vieles mehr.
Unser Umgang mit Energie hat vielfältige Auswirkungen auf das Weltklima. Bei allen fossilen Brennstoffen, die wir zur Stromerzeugung, in Heizungen und Autos verbrennen, entsteht u.a. CO². Dieser Stoff trägt zum Treibhauseffekt bei.
Viele Rohstoffe, die in unserem Land 'verbraucht' werden, kommen aus sogenannten Dritt-Welt-Ländern. Neben der Umweltbelastung durch Gewinnung und Transport werden hierbei Ressourcen aus diesen Ländern abgezogen, um uns zu dienen.
Wir treiben intensiven Handel mit vielen Staaten. Bei zahlreichen Dingen (z.B. Kaffee) wird den ArbeiterInnen vor Ort in den seltensten Fällen ein gerechter Lohn gezahlt. Wir als VerbraucherInnen profitieren nur in sehr geringem Umfang von dieser Ungerechtigkeit, denn den großen Gewinn streichen die Konzerne ein.
Es gäbe noch viel vorzubringen, wo wir ver’netzt‘ sind und damit auch in der Verantwortung für die Eine Welt und ihre Menschen stehen. Viel wichtiger finde ich es aber, die Handlungsmöglichkeiten jedeR Einzelnen aufzuzeigen.

Im Klimabereich ist jede gesparte bzw. alternativ erzeugte Energie auch gesparte Umweltbelastung - von der Entlastung für Ihren Geldbeutel ganz abgesehen.
Zeitschaltuhren an Untertischgeräten, Einsatz energiesparender Beleuchtung, Mechanik statt Elektronik z.B. bei Armbanduhren sind ganz praktische Ansätze.

Gehen Sie sparsam mit Ressourcen um. Führen Sie 'verbrauchte' Artikel dem sinnvollen Recycling zu. Verwenden Sie Produkte, die dem Recycling entstammen.
Dies geht von Toilettenpapier aus Altpapier und hört beim Verschenken und/oder Verkaufen von intakten Artikeln, die Sie nicht mehr brauchen, noch lange nicht auf.

Bevorzugen Sie, wo immer dies möglich ist, Produkte aus fairem Handel. Erkennbar sind diese Dinge an dem sogenannten Transfair-Siegeln.
Sie erhalten sie an Eine-Welt-Ständen, in Bioläden und auch in ‚normalen‘ Geschäften. Neben Kaffee gibt es Schokolade, Tee und vieles mehr.

Lassen Sie uns alle gemeinsam dazu beitragen, das ver’netzt‘-Sein menschen- und umweltgerecht auf allen Ebenen mit Leben zu erfüllen.

Yvonne Göckemeyer

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 45: Warum bin ich noch evangelisch ?

Das Leitthema der Kontakte ist auch immer mein Ansatz. Dieses Mal kam ich erst mal ein wenig ins Grübeln. Was hat die Frage nach der Dazugehörigkeit zur evangelischen Kirche mit der Agenda 21 zu tun ?
Vielleicht ganz persönlich:
Auch wenn viele Menschen meinen, ‚die Evangelen‘ gehen zum Lachen in den Keller, erlebe ich dies bei mir ganz anders. Mein evangelischer Glaube gibt mir Kraft, Mut – und auch ganz viel Freude.
Natürlich geht mir vieles viel zu langsam, was ‚Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung’ angeht. Und wie oft habe ich mir ganz persönlich anhören müssen, dass meine Gedanken, mein Tun, meine Absichten in Umweltdingen ‚Quatsch‘ sind und nichts mit der Realität zu tun haben.
Doch hat mir die tägliche Freude an Gottes Schöpfung immer wieder Mut gegeben, mich nicht beirren zu lassen. Und so konnten dann – ganz langsam – doch immer wieder Dinge umgesetzt werden.
Natürlich gab und gibt es auch die Sachen, die leider doch in den alten, umweltfeindlichen Bahnen gelaufen sind bzw. laufen. Aber auch hier kann ich gut in den Spiegel schauen, denn ich habe mein Möglichstes getan.
Diese Beharrlichkeit für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermöglicht mir mein Glaube, mein Gottvertrauen.
Und so kann ich weiterhin praktische Tipps geben, die ich selber auch lebe:
Wenn Sie nicht im Haus sind, ist volle Heizleistung nicht notwendig. Jedes Grad weniger senkt den Verbrauch um etwa 6 %. Die Absenkung sollte max. 5 Grad betragen; dann braucht die Heizung nur ca. 1 Stunde Vorlauf vor der Rückkehr. So kann natürlich auch bei Urlaub u.a. verfahren werden.
Sehr große Einsparungen sind mit richtigem Lüften möglich. Statt stundenlang Fenster auf Kipp zu stellen (auch Gefahr von Schimmelpilzbefall !) wird bei Anwesenheit ca. alle 1 – 2 Stunden bei offenem Fenster ca. 5 min. stoßgelüftet. Dabei wird nur die Luft ausgetauscht und Wände u.a. bleiben warm.
Weitere Tipps finden Sie in vergangenen Ausgaben der Kontakte, auf der Internetseite der Gemeinde und natürlich können Sie mich auch direkt kontaktieren.
Yvonne Göckemeyer

Info@plan-blatt.de Telefon mit Anrufbeantworter 0 21 71 / 40 48 07

 

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 46: Unsere Kirche- Ein Haus mit lebendigen Steinen

Bei Lebendigkeit denke ich an die gesamte Schöpfung, die uns anvertraut ist. Das geht von der kleinsten Pflanze bis zum größten Wal. Auch hier kann jede und jeder von uns eine Menge zum Schutz und zum Wachstum beitragen.
Es beginnt bei möglichst wenig Versiegelung in Gärten, auf Stellplätzen u.a.. Mittlerweile gibt es zahlreiche gut zu gebrauchende Alternativen, um den Boden nicht vollkommen zu verschließen. Und bei entsprechender Auswahl ist sogar noch eine Begrünung dieser Flächen bei gleichzeitiger Nutzung möglich. Hier kann Regenwasser direkt versickern, die Bereiche werden im Sommer nicht so heiß und für manche Spezialisten in der Tierwelt sind diese Lebensräume gut geeignet.
Möglichst viele heimische, standortgerechte Pflanzen in Gärten und/oder auf Balkonen bieten Nahrung für Insekten, Vögel u.a.. Nicht umsonst hat z.B. die Vogelbeere ihren Namen, denn von ihr ernähren sich bis zu ca. 45 verschiedene Vogelarten. In früheren Zeiten wurden die Sträucher gezielt angepflanzt, um Vögel
zu fangen. Heute bieten sie eine gute Möglichkeit , sich an der Vogelwelt zu erfreuen. Ein weiterer Vorteil der heimischen Pflanzen ist, dass sie mit den Gegebenheiten bei uns (Klima, Boden, Licht) gut klarkommen und damit auch robuster gegen Schaderreger u.a. sind.
Eine gute alte Tradition ist die des Hausbaums. Die Baumschulen haben mittlerweile eine große Auswahl an kleinkronigen Bäumen im Angebot, so dass auch bei kleinen Vorgärten Platz für einen Baum ist. Wie schön ist es, im Hochsommer ein schattiges Plätzchen darunter zu haben – für uns Menschen, aber auch für viele Tiere. Und in einer Baumkrone können sich noch viele weitere Insekten, Vögel und Kleinsäuger
wohlfühlen.
Auch am Ende des Lebenszyklus bieten Bäume noch eine Menge. Ob Dachstuhl, Fensterrahmen, Fachwerk oder Fußboden – hier zeigt sich ein Teil der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Holz. Und das Astwerk kann entweder genutzt werden oder auch für die holzzersetzenden Tiere wieder Lebensraum geben.
Weitere Tipps für eine lebendige Grüngestaltung finden Sie in vergangenen Ausgaben der Kontakte, im entsprechenden Archiv auf der Internetseite der Gemeinde und natürlich können Sie mich auch direkt kontaktieren.
Yvonne Göckemeyer
Telefon mit Anrufbeantworter 0 21 71 / 40 48 07

Agenda 21 - ein etwas anderer Generationenvertrag
Teil 47: Musik als Sprache der Seele

Was haben die Lieder/Musikstücke „Geh aus mein Herz und suche Freud“, „Morning has broken“, „Die Schöpfung“, „What a wonderful world“, „Vier Jahreszeiten“ und viele andere gemeinsam? Sie beschäftigen sich mit der Schönheit der Schöpfung.
Durch alle Jahrhunderte hindurch hatten und haben Menschen das Bedürfnis, ihre Bewunderung/ihren Respekt/ihre Sorge für/um unser aller Umwelt in Musik zu fassen. Diese Gefühle können ein sehr guter Antrieb für den Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sein. Denn die Verletzlichkeit der Welt um uns herum wird uns tagtäglich neu vor Augen geführt. Ob es um Todesfälle in der Textilindustrie in sogenannten Dritt-Welt-Staaten, die bewaffneten Konflikte in der ganzen Welt oder die Klimaveränderung geht – alle diese Punkte sind durch Menschen gemacht. Sie können aber genauso durch Menschen zum Guten gewendet werden. Bei Kleidung bieten entsprechende Labels die Sicherheit, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für Näherinnen u.a. menschenwürdig ist. Auch noch umweltschonend sind die Textilien, deren Material aus biologischem Anbau/biologischer
Tierhaltung stammt.
Bewaffnete Konflikte bedürfen ‚Antreiber‘ und Waffen. Hier ist unser Land leider in einer sehr traurigen Rolle als drittgrößter Waffenexporteur in der Welt. Jeder Einzelne von uns ist gefragt, Einfluss auf Politik u.a. zu nehmen, um dies zu ändern. Und natürlich sollten wir unsere Konflikte in Familie, Schule, Arbeit u.a. auch ohne Gewalt lösen.
Beim Klimawandel kann jeder Mensch eine Menge tun, um durch Energieeinsparung u.a. die Belastungen möglichst zu reduzieren. Nutzen Sie doch einmal den Sommer, um Strecken bis 2 km mit dem Rad oder zu Fuß statt mit dem Auto zurückzulegen. Sie tun sich selbst damit auch etwas Gutes. Und die Pflanzung eines Baumes hilft bei der Reduktion von Kohlendioxid in der Atmosphäre.
Weitere konkrete Tipps finden Sie in vergangenen Kontakten, auf der Internetseite der Gemeinde und natürlich bei mir direkt. Tun Sie Ihrer Seele etwas gutes – durch Engagement und ein schönes Lied auf
den Lippen!
Yvonne Göckemeyer
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